Undurchsichtiger Kompromiss: Ukraine zahlt mehr fürs Gas

Undurchsichtiger Kompromiss
Ukraine zahlt mehr fürs Gas

Russland und die Ukraine haben sich beim Gaspreis geeinigt. Wer nun als Sieger aus dem Streit hervorgegangen ist, lässt sich aber nur schwer sagen. Die Lösung, die gefunden wurde, ist reichlich undurchsichtig.

HB MOSKAU. Man sei sich über die zukünftigen Bedingungen für russische Gaslieferungen an die Ukraine einig geworden, gaben die Chefs des russischen Energieversorgers Gazprom und des ukrainischen Konterparts Naftogas Ukrainy am Mittwochmorgen in Moskau bekannt. Der neue Vertrag läuft bis ins Jahr 2010.

Es solle eine Handelsgesellschaft in den Verkauf zwischengeschaltet werden. Gazprom nimmt demnach seine Lieferungen in die Ukraine wieder auf und verkauft Gas für 230 Dollar pro 1 000 Kubikmeter an die Handelsgesellschaft Rosukrenergo. Von dieser soll Kiew das Gas für 95 Dollar pro 1 000 Kubikmeter erwerben.

Rosukrenergo könne deswegen einen niedrigeren Preis verlangen, weil das Unternehmen auch billigeres Gas aus Turkmenistan einkaufe, erklärten die Chefs von Gazprom und Naftogas, Alexej Miller und Oleksij Iwtschenko, auf einer Pressekonferenz in Moskau. Bislang zahlt die Ukraine 50 Dollar an Russland sowie einen ähnlich niedrigen Preis an Turkmenien.

Der von Gazprom erwähnte Zwischenhändler Rosukrenergo ist nach westlichen Medienberichten ein Gemeinschaftsunternehmen, das zum weit verzweigten Firmenimperium von Gazprom sowie einer Tochter der österreichischen Raiffeisen Investment AG (RIAG) gehört. Rosukrenergo hatte bislang den Gastransit von Turkmenien über Russland in die Ukraine abgewickelt.

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