„Unerträglich“ Papst Franziskus kritisiert Wirtschaftssystem

Für Papst Franziskus ist das weltweite Wirtschaftssystem „unerträglich“, vor allem die junge Generation leide darunter. Auch Kriege seien die logische Folge des herrschenden Systems.
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Papst Franziskus: „Damit das System fortbestehen kann, müssen Kriege geführt werden, wie es die großen Imperien immer getan haben.“ Quelle: dpa

Papst Franziskus: „Damit das System fortbestehen kann, müssen Kriege geführt werden, wie es die großen Imperien immer getan haben.“

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BarcelonaPapst Franziskus hat das weltweite Wirtschaftssystem als „unerträglich“ bezeichnet. „Wir schließen eine ganze Generation junger Leute aus“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit in vielen Ländern der Welt.

„Damit das System fortbestehen kann, müssen Kriege geführt werden, wie es die großen Imperien immer getan haben“, betonte Franziskus in einem Interview der spanischen Zeitung „La Vanguardia“ (Freitag). „Einen Dritten Weltkrieg kann man jedoch nicht führen, und so greift man eben zu regionalen Kriegen.“

Die führenden Volkswirtschaften in der Welt sanierten ihre Bilanzen mit der Produktion und dem Verkauf von Waffen. Sie opferten den Menschen dem Idol des Geldes. „Wenn man Fotos von unterernährten Kindern aus verschiedenen Teilen der Welt sieht, kratzt man sich am Kopf. Das versteht man nicht“, sagte der Papst. „Das Wirtschaftssystem sollte im Dienst des Menschen stehen. Aber wir haben das Geld in den Mittelpunkt gerückt, das Geld als Gott.“

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8 Kommentare zu "„Unerträglich“: Papst Franziskus kritisiert Wirtschaftssystem"

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  • Wie wahr!

  • @ Riesener
    Ja genau das hat er geschrieben. Und er hat auch erklärt wie, grob gesagt durch eine Konzentration des Kapitals wie er es nannte in immer weniger Händen. genau das erleben wir gerade: Immer weniger Menschen haben immer mehr Geld, während die Masse der Menschen immer weniger haben. Sehen sie sich die Vermögensentwicklung weltweit, in den USA oder auch in Deutschland an.
    Glauben sie allen Ernstes, das dies immer so weitergeht? Und genau das hat Marx erkannt. Und friedlich wird das nicht enden.

    Allerdings hat er "nur" analysiert, keinen Ausweg aufgezeigt. Dies haben andere getan, und wieder andere haben unter dem Deckmantel dieser Erkenntnisse ihre Systeme installiert.

  • Unerträglich sind auch die Menschen, die dieses System durch ihre eigene Unwissenheit stützen. Hallo Leute, ist bekannt, dass gerade Krieg in Europa herrscht? Falls nicht, dann bitte heute Abend kein Fussball schauen, sondern sich informieren!

    Doch woher kommt diese Unwissenheit? Meiner Meinung nach von den Medien! Die meissten Massenmedien bilden nicht, sondern verdummen nur. Hier könnte sich Handelsblatt wesentlich noch wesentlich besser hervortun und die eigenen Leser mit wirklichen Hintergundinformationen bilden, ja ich meine "bilden", nicht nur "informieren"! Die Leser werden es euch danken!

    Was der Papst anspricht ist wirklich gut. Hat er dieses Hintergundwissen darüber, wie unser Wirtschaftssystem funktioniert aus den Massenmedien? Ich glaube nicht, denn dort steht das nicht drin.

    Nun, ausser dem Papst gibt es natürlich auch ganz normale Mitbürger, die sich mit der tödlichen Charakteristik unseres Wirtschaftssystems ausseinandersetzen. Und wie reagieren die meissten Mainstream-Medien auf diese informierten Mitbürger? Sie werden verunglimpft als Verschwörungstheoretiker, Antisemiten, Putinversteher und so weiter!

  • @ ihr: Sie haben offenbar nie Karl Marx gelesen. Er sagte voraus, dass der Kapitalismus gesetzmäßig, also unweigerlich zugrunde gehen muss. Dummerweise kam es genau umgekehrt. Alle sozialistischen Länder sind unter gegangen. GOTT sei Dank.

  • @DagmarK: Den Vorwurf mit dem Elfenbeinturm gebe ich gern zurück. Sozialismus funktioniert nicht - das hat die Geschichte hinreichend oft bewiesen. Das letzte Land, das es mit dem Sozialismus noch nicht aufgegeben hat, ist Nordkorea. Ziehen Sie doch dorthin! Aber nehmen Sie sich genug zu essen mit.

    Oder schauen Sie mal nach Frankreich. Das eh schon eher linke Land hat mit Hollande scharf links gewählt. Das hat erst recht nicht geklappt. Und da immer die Anderen daran schuld sind, wählte Frankreich nun rechts. Links und rechts sind nicht so weit auseinander wie immer behauptet wird.

    Gut funktionierende Marktwirtschaft ist eine feine Balance aus sozial und liberal. In vielen Ländern ist diese Balance etwas gestört: zu viel sozial und zu wenig liberal. Auch Dank solcher Leute wie dem Papst.

  • Der Herr hat völlig recht (KarlMarx übrigens auch - er hat den Kapitalismus nur analysiert - und zwar 100% richtig).
    Und er bringt die Kirche damit erstmals auf eine progressive Spur. Wenn er so weitermacht, wird die Kirche wieder viele Anhänger gewinnen!

    Der Herr wache über Ihn!

  • Ist das ihr Ernst? Leben sie, genau wie unsere "Eliten", etwa auch im Elfenbeinturm?

    Er hat völlig Recht!

  • Ich bin ja auch für die Meinungsfreiheit. Das gilt auch für den Papst, auch wenn seine Bemerkungen mehr in die Zeit von Karl Marx passen. Und selbst damals waren solche Theorien nicht mehrheitsfähig. Das Schlimme ist nur, dass heute immer noch solche Behauptungen Gehör finden. Warum fragt das Handelsblatt nicht demnächst Kindergartenkinder, was sie vom Wirtschaftssystem halten?? Hätte dieselbe Substanz aber wäre bestimmt unterhaltsamer!

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