_

Unfaire Handelspraktiken: EU-Firmen beklagen sich über China

Die EU-Handelskammer in Peking prangert unfaire Handelspraktiken Chinas an. Auch deutsche Unternehmen haben derzeit Probleme in China. BASF-Chef Jürgen Hambrecht beklagte im Namen der gesamten deutschen Wirtschaft, dass die Firmen ihre technischen Geheimnisse offen legen müssen, bevor sie investieren dürfen.

PEKING. „Europäische Unternehmen stehen vor Hindernissen und Risiken“, sagte Kammerpräsident Jacques de Boisseson in Peking. Er sehe eine steigende Tendenz zur Abschottung vor allem in den Branchen Auto, Telekom und Gesundheit. Einige Unternehmen erwägen wegen der Schwierigkeiten sogar den Rückzug, sagte Boisseson bei Vorstellung des aktuellen Positionspapiers der EU-Kammer.

Anzeige

Auch deutsche Unternehmen haben derzeit Probleme in China. BASF-Chef Jürgen Hambrecht beklagte im Namen der gesamten deutschen Wirtschaft, dass die Firmen ihre technischen Geheimnisse offen legen müssen, bevor sie investieren dürfen. Vor allem die IT-Industrie halte es für inakzeptabel, Quellcode für Sicherheitssoftware herausgeben zu müssen - doch genau das fordere China, sagte Hambrecht im Juni bei einem Besuch von Kanzlerin Angela Merkel in Peking.

Auch der Präsident des Asien-Pazifik-Ausschussses der Deutschen Wirtschaft, Siemens-Chef Peter Löscher, kritisierte die chinesischen Geschäftspraktiken. Neben der Auto- sei auch die Finanzindustrie von Marktabschottungen betroffen. Bei Ausschreibungen von Aufträgen durch Behörden fühlten die deutschen Bieter ebenfalls unfair behandelt. „Wir begrüßen daher das Bekenntnis der chinesischen Regierung zu offenen Märkten“, so Löscher.

Premierminister Wen Jiabao verteidigt dagegen den Standort China. „Wir schaffen gute Bedingungen für den Zugang zum chinesischen Markt“, sagte Wen. Die Investitionsbedingungen hätten sich nicht verschlechtert, was sich an den Zahlen für die Direktinvestitionen zeige. Selbst in der Finanzkrise sei der Zufluss an Kapital nur drei Prozent gesunken und im ersten Halbjahr 2010 mit einem Plus von 40 Prozent spektakulär zurückgekommen. „Wenn wir ein schlechtes Investmentklima hätten, würden die Unternehmen nicht so zu uns ins Land strömen“, glaubt Wen. Es herrsche eine stabile und gerechte Atmosphäre.

  • 02.09.2010, 14:25 UhrAnonymer Benutzer: ökonomie

    ich verstehe nicht, warum namhafte deutsche Firmen jahrzehntelang und andauernd ihr Know How preisgeben und die eigene Konkurrenz stark gemacht haben und immer noch tun.
    ich verstehe nicht, warum unser Land oder auch die EU nicht die gleichen Auflagen für chinesiche Firmen erlässt, solange dort solche Regelungen existieren. Dann müssten chinesen hier Firmen und Produktionen aufbauen um ihre Produkte zu verkaufen. Somit würde ein Teil des Wachstums wieder dort stattfinden, wo Chinas Absatzmärkte sind!!!

  • Video

Politik Bundestag stärkt Organspende

Krankenversichterte ab 16 Jahren werden in Zukunft häufiger gefragt, ob sie Organspender werden wollen. Dieses Gesetz hat der Bundestag mit großer Mehrheit verabschiedet - und noch einige weitere Entscheidungen gefällt.

  • Die aktuellen Top-Themen
Kontrolle weiter abgelehnt: Iran plant Bau eines neuen Atomkraftwerks

Iran plant Bau eines neuen Atomkraftwerks

Der Iran bleibt beim Atomprogramm stur: Kontrolleuren wird nach wie vor der Zugang zu den Anlagen verweigert - gleichzeitig kündigte die Regierung nun den Bau eines neuen Kernkraftwerks an. Streit ist vorprogrammiert.

Wird Strom teurer?: Koalition sorgt sich um Kosten der Energiewende

Koalition sorgt sich um Kosten der Energiewende

Der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier will mehr Tempo bei der Energiewende. Es ist eine Herkulesaufgabe. Nun drohen auch noch die Kosten auszuufern. Ein Zurück zur Atomkraft soll es aber nicht geben.

Über 90 Tote: Entsetzen über Massaker in Syrien

Entsetzen über Massaker in Syrien

Bei einem Massaker sind in Syrien mehr als 90 Zivilisten ums Leben gekommen, darunter auch viele Kinder. Die entsetzte internationale Gemeinschaft fordert erneut ein Ende der Gewalt - doch das Blutvergießen geht weiter.

Global Reporting Krieg gegen Krankenhäuser

An einem Sonntagmorgen im Sommer 2011 wollte der 21-jährige Syrer Khaled al-Hamedh Medikamente für seinen kleinen Bruder besorgen. Khaled machte sich auf den Weg zu einem Krankenhaus in seiner Heimatstadt Hama. Die Apotheken in Hama waren... Von Jan Dirk Herbermann. Mehr…

Handelsblog Feuert die Dicke Bertha in die falsche Richtung?

Ein Kernproblem im Euro-Raum ist, dass es in den Krisenstaaten einen gefährlichen Link gibt zwischen dem Bankensystem und den Staatsfinanzen dieser Länder. Geldinstitute in Griechenland, Spanien, Irland und anderen Ländern stehen mit dem... Von Olaf Storbeck. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International