Ungarischer Bischof wettert gegen den Papst: SPD fordert Papst zum Handeln auf

Ungarischer Bischof wettert gegen den Papst
„Das sind keine Flüchtlinge, das ist eine Invasion“

  • 215

SPD fordert Papst zum Handeln auf

Mit seiner Haltung liegt Kiss-Rigo auf einer Linie mit Ungarns Ministerpräsident Orban. „Ich stimme voll mit ihm überein“, sagte der 60 Jahre alte Kiss-Rigo. Der Papst hingegen „kenne die Situation nicht“, fügte der Bischof hinzu.

Die Beauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften der SPD-Bundestagsfraktion, Kerstin Griese, reagierte empört und forderte Papst Franziskus zum Handeln auf. „Ich erwarte von Papst Franziskus, dass er seiner Linie treu bleibt und die Äußerungen des ungarischen Bischofs scharf zurückweist“, sagte Griese dem Handelsblatt. „Was Bischof Kiss-Rigó gesagt hat, ist unwahr, unerträglich und kaltherzig. Da fliehen Menschen vor Krieg und Not zu uns nach Europa, die sich unserer christlichen Nächstenliebe gewiss sein müssen.“

Die katholische Reformbewegung „Wir sind Kirche“ reagierte ebenfalls mit scharfer Kritik auf die Äußerungen des Bischofs. „Angesichts des Ansturms von Menschen auf der Flucht, der viele Probleme mit sich bringt, die auch benannt werden müssen, bleibt dieser Bischof dabei zynisch stehen“, sagte Sigrid Grabmeier vom Bundesteam des Vereins dem Handelsblatt. „Erhofft er sich dafür von der Staatsführung Anerkennung und Unterstützung?“

Grabmeier sagte weiter, an der römisch-katholischen Kirche sei das Zweite Vatikanische Konzil und seine Öffnung hin zu anderen Religionen sowie die starke Akzentuierung der sozialen Verantwortung in der Welt von heute wohl während des Eisernen Vorhangs „nahezu spurlos vorüber gegangen“.  „Es lebt die Vorstellung auf von einer Symbiose von „Thron und Altar“, einer Machtstellung der Kirche durch die Nähe zu den Herrschenden“, so Grabmeier.

Die Deutsche Bischofskonferenz lehnte eine direkte Stellungnahme zu den Äußerungen ab. „Wir kommentieren Bischöfe anderer Bischofskonferenzen nicht", sagte der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, dem Handelsblatt. "Für uns gilt: Wir helfen, wenn Menschen in Not sind, ganz gleich welcher Hautfarbe sie sind oder welche Konfession sie haben.“

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, plädierte dafür, kirchliche Räume für Flüchtlinge bereitzustellen. „Wir wollen als Kirche unseren Beitrag dazu leisten“, sagte der Münchner Erzbischof am Dienstag vor Journalisten in Berlin. Dies habe er in einem Schreiben an die Gemeinden seines Bistums zum Ausdruck gebracht. Allerdings geschehe dies auch bereits.

Generell mahnte der Kardinal einen menschlichen Umgang mit den Flüchtlingen in Europa an: „Es muss alles getan werden, dass an europäischen Grenzen niemand verdurstet oder erstickt.“ Marx begrüßte die Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), in Ungarn festsitzende Flüchtlinge nach Deutschland einreisen zu lassen als „ein Signal“. Die Kirche sei offen für Einwanderung, die allerdings „geregelt werden“ müsse. „Was aber möglich ist, sollte man tun.“

Kommentare zu " Ungarischer Bischof wettert gegen den Papst: „Das sind keine Flüchtlinge, das ist eine Invasion“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wenn es tatsächlich die Absicht der USA sein sollte, Deutschland / good old europe zu destabilisieren und in einen bürgerkriegsähnlichen Zustand zu überführen, dann wäre dies der offizielle Anlass, die europäischen Oststaaten militärisch aufzurüsten. Gegenüber Russland könnten die USA behaupten, dass dies nur geschähe, um ein Übergreifen der westeuropäischen Unruhen auf den Ostteil Europas zu verhindern.

  • anderer Vorschlag!

    1.) Boykott von Medien die Zensieren
    Mein Spiegelabbo ist gekündigt.
    2.) Arbeiten wir an unserer Work-Live Balance
    Weniger ist mehr, mehr Freizeit genießen und weniger arbeiten, Das heisst auch weniger Steuern!!!!!!
    So wird das was man muss da ansetzen wo es richtig wehtut beim Geld!!

    Was meinen sie was passiert wenn der Spiegel auf einmal signifikant weniger Auflage hat!!!! Dann Wacht sogar Augstein auf wenn der eigene Rock brennt.

    Und weniger Steuern, da werden unsere Regierenden ganz schnell merken das die Welcome-Fraktion außer Labern nicht sehr viel beiträgt!!

  • Mit dem Ausdruck "good old europe" haben die USA außerdem zum Ausdruck gebracht, dass sie Europa aufteilen. In einen alten und in einen neuen, brauchbaren Teil. Dieser neue Teil sind die europäischen Ostblockstaaten, die sich auffällig querstellen, was eine europaweite Verteilung der Flüchtlinge anbelangt, obwohl die Oststaaten jährlich rund 55 Milliarden an EU-Geldern als Entwicklungshilfe bekommen. Könnte diese Verweigerungshaltung der Oststaaten ebenfalls durch die USA beeinflusst worden sein, damit sich die Mehrheit der Flüchtlinge in Deutschland ansiedelt? Mein Gefühl sagt mir: Nicht die Flüchtlinge müssen aus Deutschland / Europa raus, sondern der Einfluss einer unbelehrbaren US-Regierung. Gleichzeitig sollte good old europe seine Beziehungen zu Russland überdenken, eine erneute Annäherung wäre hier gar nicht so verkehrt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%