Ungarn
Erzkonservative Regierung will "heilige Krone" ehren

In Ungarn soll das Symbol des mittelalterlichen Feudalstaats, die "heilige Krone" Stephan I. in die Verfassung aufgenommen werden. Die Ideologie rund um die Krone dient seit Jahrhunderten auch dazu, ungarische Ansprüche auf Territorien außerhalb des Landes zu untermauern.
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HB BUDAPEST. Ungarns rechtskonservative Regierungsmehrheit will die sogenannte "Heilige Krone" in der neuen Verfassung verankern. Dies geht aus einem Arbeitspapier hervor, das der zuständige Parlamentsausschuss ausgearbeitet hat und das am Donnerstag auf der Webseite des ungarischen Parlaments veröffentlicht wurde. Die Präambel der neuen Verfassung solle "auf die Heilige Krone als Verkörperung der ungarischen Staatlichkeit verweisen" und "die Rolle des Christentums in unserer Geschichte würdigen", heißt es in dem Papier.

Bei der "Heiligen Krone" handelt es sich um das Kronjuwel, mit dem Papst Silvester II. im Jahr 1000 den ungarischen König Stephan I. krönen ließ, nachdem dieser die Ungarn christianisiert hatte. Im Mittelalter diente die Stephanskrone als Legitimationsgrundlage für den feudalen Staat. Seit der Neuzeit begründen Nationalisten und Revisionisten ungarische Ansprüche auf Territorien in der weiteren Region mit der "Lehre von der Heiligen Krone".

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