Ungewöhnlicher Geburtstag - Geschenk könnte Chirac bekommen
Bush auf dem Weg nach Dänemark

US-Präsident George W. Bush ist am Dienstag zu seiner vierten Europareise des Jahres aufgebrochen. Dabei wusste er schon bei seiner Abreise nach Kopenhagen, dass er vor einem ungewöhnlichen Geburtstag steht.

HB KOPENHAGEN. In Kopenhagen wollte Bush der dänischen Regierung seine Anerkennung für die Unterstützung im Irak-Krieg auszudrücken. Dort sind jedoch zahlreiche Proteste geplant, zu denen die Polizei mindestens 10 000 Teilnehmer erwartet. Unklar war daher als der US-Präsident auf einem Luftwaffenstützpunkt bei Washington die Präsidentenmaschine Air Force One bestieg, ob er sich später einmal gerne an seinen 59. erinnern würde. Im besten Fall würde sein Ehrentag am Mittwoch von königlichem Glanz und amerikanischem Triumph geprägt. Gut möglich war aber auch, dass die Bilder des Tages von heftigen antiamerikanischen Protesten bestimmt sein würden und das Geschenk des Tages nicht an ihn sondern an den französischen Präsidenten Jacques Chirac gehen könnte.

Zumindest an Festlichkeiten wird es an diesem Mittwoch nicht mangeln: Auch für einen US-Präsidenten ist es ungewöhnlich, an einem Tag gleich von zwei Königinnen, der dänischen Monarchin Margrethe II. am Mittag und dann dem britischen Staatsoberhaupt Elizabeth II. am Abend zu Galaveranstaltungen gebeten zu werden.

Allerdings hat Bush im Vorfeld seines vierten Europabesuchs in diesem Jahr möglicherweise einige folgenschwere Fehler begangen, die ihm zumindest den Abend im Kreise der G8-Gipfelteilnehmer auf Schloss Gleneagles etwas vergällen könnten. Zum einen ließ er in Interviews keinerlei Kompromissbereitschaft beim zentralen Gipfelthema Umwelt erkennen - was den Gastgeber und engen politischen Freund, den britischen Premier Tony Blair sicher wenig freuen wird. Zum anderen ließ er sich in eine Gespräch mit der „Times“ dazu hinreißen, sich als Geburtstagsessen das schottische Nationalgericht Haggis zu wünschen. Wenn er Pech hat, erfüllt ihm die Königin den Wunsch.

„Normalerweise hat mich meine Mutter an meinem Geburtstag immer gefragt: „Was magst du essen? ... Und ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals gesagt hätte: „Haggis, Mama“, erzählte Bush. Er sei nun „über Haggis ausführlich informiert worden.“ In seiner Umgebung gibt es nun aber erhebliche Zweifel, ob dem Texaner und bekennenden Steak-Liebhaber das für Schottland typische Mahl aus haschierten Lamminnereien tatsächlich schmecken würde. Zumindest die Runde der Staatsgäste könnten Augenzeugen einer für Bush recht schwierigen Konfrontation mit dem Lammbrei werden.

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