Ungleichheit in den USA
Super-Wahlrecht für Mega-Reiche

„Wer Millionen an Steuern zahlt, soll millionenfaches Stimmrecht haben“, sagt der Investor Tom Perkins – und läutet die nächste Runde im Krieg gegen die Armen ein. Die Ungleichheit in den USA spaltet die Gesellschaft.
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San FranciscoTom Perkins kann es einfach nicht lassen. Der Multimillionär und Mitgründer des Risikokapital-Finanzierers Kleiner Perkins Caufield Byers hatte schon Ende Januar für Aufsehen gesorgt, als er Proteste gegen Wohnungsnot und Angriffe auf Google-Luxusbusse, die Mitarbeiter von San Francisco ins Silicon Valley fahren, mit der „Reichskristallnacht“ verglich.

Perkins sieht bereits eine Verfolgung der Reichen in den USA analog der Verfolgung der Juden in Deutschland im Dritten Reich am Horizont aufziehen. Trotz massivster Proteste legte er Ende vergangener Woche noch einmal nach. Wer keine Steuern bezahlt, der sollte überhaupt kein Wahlrecht haben, so seine Überzeugung. Und wo er gerade dabei war, ging er noch weiter: Auf einer Diskussionsveranstaltung forderte er eine Koppelung des Wahlrechts an die Höhe der entrichteten Steuern. „Wer eine Millionen Dollar Steuern zahlt, der sollte auch eine Millionen Stimmen haben“, stellte er seine Weltanschauung auf einer Konferenz in San Francisco klar.

Die neue Oberschicht der Mega-Reichen, das sogenannte „ein Prozent“, hat offenbar die wahren Probleme ausgemacht, warum sie nicht in Frieden ihre Superjachten und Mega-Anwesen in Kalifornien oder auf den Hamptons genießen können: die Demokratie. Sie haben zwar all das Geld, aber es fehlt noch die endgültige politische Macht, weil sie zahlenmäßig an der Wahlurne unterlegen sind.

Seit in Frankreich mit dem Schlachtruf „Liberté, Egalité, Fraternité“ die Bastille gestürmt und die Idee der Gleichheit aufgebracht wurde, ist die Welt für Menschen wie Perkins aus den Fugen geraten. Ein arbeitsloser Familienvater hat das gleiche Wahlrecht wie ein Superreicher. Eine Idee, die in der Unabhängigkeitserklärung der USA ihren Widerhall im berühmten Satz „All men are created equal“ fand.

Doch mit der dramatisch zunehmenden Einkommens- und Vermögensungleichheit in den USA wachsen auch die Spannungen. Präsident Barack Obama hat das Problem zum Wahlkampfthema gemacht, Steuererhöhungen für die Reichsten der Reichen sind im Gespräch.

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  • Hier noch so ein politischer Witz aus den 70er Jahren:
    Ein Ingenieur, Junggeselle, lebt allein mit seinem Papageien. Der schimpft jedesmal lautstark mit, wenn sich sein Herrchen bei den Nachrichten mal wieder über das System im Ostblock aufregt: „Verdammter Kommunismus – nichts dürfense, jeden Quatsch müssense!“. „Scheißplanwirtschaft – nix klappt, und nix kriegt man!“, „Zur Hölle mit den verfluchten Bolschewistenkadern!“….
    Nun ergibt es sich eines Tages, dass der Mann beruflich für drei Wochen nach Moskau muss. Nun hat er ein Problem: Wohin mit dem Vogel? Mitnehmen wär viel zu gefährlich, weil der den Schnabel nicht hält.
    Also friert er ihn ein.
    Nach drei Wochen kommt er wieder. Geht als erstes an den Froster. Der Papagei sitzt stumm da. Bibbert. Taut auf. Schweigt eisern.
    Irgendwann sagt der Mann zu ihm: „Jetzt kannst Du ruhig wieder was sagen!“
    Darauf der Vogel: „Ich sag’ nix mehr. Drei Wochen Sibirien reichen mir.“

  • (...) Das sind die zahlreichen kleinen Unternehmen, die wirklich Steuern zahlen, die sich an der Allgemeinheit beteiligen, die sich auch für ihre Mitarbeiter verantwortlich fühlen, die Löhne und tlw. Steuern als Investition bezeichnen. Aber diese destruktiven feudalistischen Superreichen kümmern sich nur um den eigenen Wohlstand - den DU und ich bezahlen. (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • So hat die französische Revolution auch mal angefangen, mit der Masslosigkeit der Reichen, der Selbstgefälligkeit der Herrschenden, der Ausbeutung der Armen bis zmletzten Hemd; wir sind wieder soweit; holt die Guillotinen wieder raus, stärkt die Äste an den Bäumen....

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