Unha-3-Rakete

Nordkorea zündet Langstreckenrakete

Nordkorea hat eine Langstreckenrakete abgeschossen. International wird darin ein verschleierter Test für Interkontinentalraketen gesehen, die man für atomare Sprengköpfe nutzt. Der UN-Sicherheitsrat berät am Mittwoch.
Update: 12.12.2012 - 07:52 Uhr 11 Kommentare

Nordkorea hat Langstreckenrakete gestartet

SeoulNordkorea hat trotz aller internationaler Warnungen seinen angekündigten Raketenstart durchgeführt. Die Langstreckenrakete wurde am Mittwoch von einer Abschussrampe an der nordkoreanischen Westküste abgefeuert. Die Staatsmedien feierten den Start umgehend als Erfolg und berichteten, dass ein Satellit in die Erdumlaufbahn gebracht worden sei. Südkorea und Japan konnten jedoch zunächst nur den Abschuss der Rakete bestätigen. Die USA kritisierten das Vorgehen Nordkoreas in einer Stellungnahme als "höchst provokativ" und drohten mit "angemessenen Schritten".

Der frühmorgendliche Raketentest kam überraschend, hatte Pjöngjang doch erklärt, das Zeitfenster dafür wegen technischer Probleme um eine Woche bis zum 29. Dezember verlängern zu wollen. Am Mittwoch habe ein südkoreanischer Zerstörer der Aegis-Klasse jedoch gegen 10:00 Uhr (Ortszeit) den Raketenstart registriert, sagte der Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums, Kim Min Seok, auf einer Pressekonferenz. Rund eine Minute nach dem Abheben der Rakete sei ihre erste Phase ins Gelbe Meer gestürzt. Das Geschoss überflog kurz darauf eine südkoreanische Insel nahe der Grenze zu Nordkorea und den Westen von Okinawa, bis es schließlich von den südkoreanischen Radarschirmen verschwand.

Japan äußerte umgehend scharfe Kritik am Vorgehen Nordkoreas und forderte eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats. Der Raketenstart sei unerlaubt, sagte Regierungssprecher Osamu Fujimura. Zudem seien bei dem Test im Westen der koreanischen Halbinsel sowie im Osten der Philippinen Trümmer niedergegangen. Zugleich rief Fujimura die Japaner zur Ruhe auf.

Südkoreas Präsident Lee Myung Bak wollte noch am Mittwoch eine Krisensitzung zur nationalen Sicherheit einberufen. Außenminister Kim Sung Hwan drohte Nordkorea mit gravierenden Konsequenzen.

Auch die USA äußerten scharfe Kritik am umstrittenen Raketentest Nordkoreas. Dieser sei ein "höchst provokativer Akt, der die regionale Sicherheit gefährdet", teilte das Weiße Haus mit. Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, Tommy Vietor, nannte den Start der ballistischen Langstreckenrakete "ein weiteres Beispiel für das nordkoreanische Muster unverantwortlichen Verhaltens. Die USA seien weiter wachsam angesichts der Provokationen Nordkoreas, hieß es in einer Erklärung Vietors vom späten Dienstagabend.

Pjöngjang bezeichnete den Raketenstart derweil als Erfolg. Dem Land sei die Mission gelungen, einen friedlichen Beobachtungssatelliten ins All zu bringen, berichtete das Staatsfernsehen. Nordkoreaner quittierten die Ausstrahlung eines Sonderberichts über den Start vor den Bildschirmen mit Applaus.

Für Südkorea, Japan und den USA gilt der Satellitenstart jedoch als Vorwand Nordkoreas, um eine waffenfähige Rakete zu testen. Nach Ansicht von Washington verstößt Pjöngjang mit den Starts zudem gegen UN-Resolutionen.

Der jüngste Raketenstart war der zweite Versuch eines solchen Tests seit der Amtsübernahme von Kim Jong Un, der nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il vor knapp einem Jahr Präsident wurde. Zuletzt war im April ein ähnlicher Versuch fehlgeschlagen. Das Geschoss brach damals kurz nach dem Start auseinander.

Nordkorea verfügt über Kurz- und Mittelstreckenraketen, doch mehrere Tests von Langstreckenraketen waren 1998, 2006, 2009 und 2011 gescheitert. US-Experten gehen davon aus, dass Nordkorea zwar ausreichend waffenfähiges Plutonium besitzt, um damit Dutzende Atombomben zu bestücken. Doch ist bislang nicht bekannt, dass das Land über funktionstüchtige Trägerraketen verfügt. Nach den Tests verhängte der UN-Sicherheitsrat Sanktionen gegen Pjöngjang. Nach einer UN-Resolution von 2009 darf Nordkorea zudem keine ballistische Raketenstarts ausführen.

Seit dem Ende des Korea-Konflikts 1953 befinden sich der Norden und der Süden der Halbinsel weiterhin formell im Kriegszustand. Damals wurde lediglich ein Waffenstillstand vereinbart.

 
  • afp
  • rtr
  • dapd
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11 Kommentare zu "Unha-3-Rakete: Nordkorea zündet Langstreckenrakete"

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  • Russland verurteilt Nordkoreas Raketenstart

    Die Regierung in Moskau hat den am Mittwoch gemeldeten nordkoreanischen Raketenstart kritisiert. Die USA drohen Nordkorea mit „Konsequenzen“, Südkorea kündigt „Genemaßnehmen“ an. Der UN-Sicherheitsrat versammelt sich zu Konsultationen.

    ruvr . ru

    Nicht das hier der Eindruck entsteht , nur die Westliche Welt kritisiert diesen Raketentest .....

  • Wenns Nordkorea nicht gäbe müssten die USA es erfinden, dieser Staat als Konstante Bedrohung sichert den USA doch auf Dauer eine Rechtfertigung für ihre riesige Militärpresenz in dieser Region, insbesondere in Japan und Südkorea. Außerdem verdient die Rüstungsindustrie auch Milliarden an diesem Konflikt. Die ganze Sache dort unten ist eine einzige große Show genau wie der kalte Krieg und so gut wie alles andere was der profanen Öffentlichkeit präsentiert wird.

  • UN Resolution gegen UN Resolution lässt sich sehr wohl vergleichen !
    Also keine falsche Bescheidenheit , baut eure Siedlungen Liebe Israelis !!!

  • Die Nordkoreaner mit den Israelis zu vergleichen ist doch absurd.
    Interview von Mr Mankell lesen, dann begreift man den Unterschied.
    Siedlungsstopp sofort, es ist ein Verbrechen an den Palästinensern.

  • Wer die Koreaner "machen lässt", darf auch den Israelischen Siedlungsbau nicht verhindern !
    Gleiches recht für alle .

    Mir sind die N-Koreaner recht gleichgültig ,
    sollen sie halt Silvester spielen und die Israelis sollten dann auch Ihre Siedlungen bauen können.

  • Nordkorea, Glückwunsch zum erfolgreichen Start.

  • ...Mit welcher Begründung will man Nordkorea versagen....
    ----------------

    Resolution 1718 des UN-Sicherheitsrates
    Die Resolution 1718 des UN-Sicherheitsrates wurde durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen auf seiner 5551. Sitzung am 14. Oktober 2006 einstimmig angenommen. Sie verhängt eine Reihe von wirtschaftlichen Sanktionen gegen Nordkorea als Reaktion auf den nordkoreanischen Kernwaffentest vom 9. Oktober 2006.
    Kernpunkte der Resolution sind:[1]
    Nordkorea muss alle seine Kernwaffen, Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen vernichten.
    Nordkorea muss „ohne Vorbedingungen“ zu den Sechs-Parteien-Gesprächen zurückkehren.
    Die Schiffe mit Gütern nach und von Nordkorea können angehalten und auf Massenvernichtungswaffen und dafür taugliches Material inspiziert werden.
    Der Verkauf von Kriegsmaterial, beispielsweise Hubschrauber, Kampfflugzeuge, Panzer, Artilleriegranaten, Raketen und damit verbundener Technologie nach und von Nordkorea ist verboten.
    Finanzbesitz von Individuen und Unternehmen, die in das nordkoreanische Waffenprogramm involviert sind, wird eingefroren.
    UN-Mitgliedsstaaten ist es verboten, Luxusgüter nach Nordkorea zu exportieren.

  • Künstliche Aufregung! Mit welcher Begründung will man Nordkorea versagen, was ein halbes Dutzend andere Staaten mehr oder weniger regelmäßig praktizieren?
    Und von wegen daß da ein paar Brocken ins Meer gefallen sind. Dümmere Argumente stehen denen, die tonnenweise Weltraumschrott ins Meer versenken, wohl nicht zu Verfügung.
    Weiter so!

  • Es ist natürlich etwas völlig anderes @ beate
    Wenn sich N-Kore nicht an UN-Resolutionen hält , oder irgend ein anderes Land , die Koreaner sind die" Guten " , die dürfen das und für die finden wir immer wieder rechtfertigende Worte .

  • Mein Glückwunsch-Schreiben hätten die Koreaner auch.

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