UNHCR
Noch 1000 Flüchtlinge in irakischem Gebirge eingeschlossen

Die irakischen Flüchtlinge auf dem Berg Sindschar sind nach US-Angaben weniger als erwartet – und ihnen geht es zudem besser als zunächst befürchtet. Die Erkundungsergebnisse machen eine Evakuierung unwahrscheinlicher.
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WashingtonNach der Massenflucht der Jesiden aus dem irakischen Sindschar-Gebirge sind laut UN nur noch rund 1000 Menschen in dem Höhenzug eingeschlossen. Das sagte eine Sprecherin der UN-Mission im Irak (Unami) am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks UNHCR konnten sich in den vergangenen fünf Tagen etwa 80 000 Menschen aus dem kargen Gebirge retten. Eine UNHCR-Sprecherin sagte der dpa, die Sindschar-Flüchtlinge seien „extremst erschöpft“ und litten unter Flüssigkeitsmangel.

Bei den Flüchtlingen handelt es sich vor allem um Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden. Sie haben ihre Heimatorte verlassen, nachdem die Terrorgruppe Islamischer Stadt vor fast zwei Wochen weitere Gebiete im Nordirak eingenommen hatte. Laut Unami fanden seitdem rund 200 000 Menschen Zuflucht in der kurdischen Autonomieregion im Nordirak. Rund 50 000 seien ins benachbarte Syrien geflohen, sagte die Unami-Sprecherin.

Die USA haben einen amerikanischen Militäreinsatz zur Rettung irakischer Flüchtlinge auf dem Berg Sindschar als derzeit eher unwahrscheinlich bezeichnet. So hätten die US-Luftangriffe auf die Islamisten und Erfolge der Kurden-Truppen dazu geführt, dass in den vergangenen Nächten Tausende Angehörigen der religiösen Minderheit aus dem Gebirge im Nordirak hätten fliehen können. Zudem seien die Flüchtlinge in einer besseren Verfassung als befürchtet. Sie hätten weiterhin Zugang zu Lebensmitteln und Trinkwasser, mit denen sie aus der Luft versorgt würden. „Basierend auf dieser Einschätzung ist ein Evakuierungseinsatz weit unwahrscheinlicher geworden.“

Die Angehörigen der religiösen Minderheit Jesiden harren seit Tagen bei Temperaturen über 40 Grad aus und werden notdürftig aus der Luft versorgt. Die USA haben rund 130 Militärberater in die nahe gelegene Kurdenregion verlegt, auch um den Flüchtlingen zu helfen. Im Gespräch war etwa eine Luftbrücke, aber auch den Einsatz von Bodentruppen für eine Rettungsaktion über Geländekorridore galt als möglich.

Es gebe mehrere Möglichkeiten, wie die USA dabei helfen könnten, die Flüchtlinge aus dem Gebirge zu retten, sagte der stellvertretende Sicherheitsberater von Präsident Barack Obama, Ben Rhodes. Dabei hätten die USA die Absicht, mit den kurdischen Truppen in der Region und dem irakischen Militär zusammenzuarbeiten. Einen abermaligen Kampfeinsatz bewaffneter Bodentruppen nach dem Abzug aus dem Irak vor drei Jahren hatte Obama allerdings mehrfach ausgeschlossen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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