Unionsabgeordnete Merkel soll in Athen „Tacheles reden“

Die Zeit für Höflichkeiten ist vorbei. Abgeordnete der Union fordern von Angela Merkel bei ihrem Besuch in Athen klare Worte. Die Kanzlerin müsse „Tacheles reden“. Außenminister Guido Westerwelle sieht das ganz anders.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel reist zum ersten Mal seit 2009 nach Griechenland. Quelle: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel reist zum ersten Mal seit 2009 nach Griechenland.

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Berlin/AthenBundeskanzlerin Angela Merkel sollte aus Sicht von Unionspolitikern bei ihrem Griechenlandbesuch Druck für weitere Reformen machen. Außenminister Guido Westerwelle sprach sich dagegen am Sonntag dafür aus, den für Dienstag geplanten Besuch als Geste der Anerkennung zu gestalten. Auch Politiker von SPD und Grünen forderten, Merkel müsse aus dem Besuch einen Akt der Solidarität machen.

"Sie muss dort Tacheles reden und der griechischen Regierung die Optionen klar machen", sagte der stellvertretende Unionsfraktionschef Michael Fuchs der Nachrichtenagentur Reuters. Sein Kollege Michael Meister will die Reise nicht als Zusage für weitere Finanzhilfen gewertet sehen. "Es sollten keine zu hohen Erwartungen mit der Reise verknüpft werden", sagte er Reuters.

Beide Politiker wiesen Spekulationen über ein drittes Hilfspaket zurück. Der CDU-Abgeordnete Klaus-Peter Willsch erneuerte seine Kritik an den Hilfen für das hoch verschuldete Land. "Ich appelliere an die Kanzlerin, auf der Reise keine falschen Zusagen zu machen."

Nach Angaben von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist Merkels Reise kein Zeichen dafür, dass Griechenland mit weiteren Hilfszahlungen fest rechnen kann. "Die Bundeskanzlerin wird nicht über den Gegenstand mit Griechenland sprechen, über den die Troika zu berichten hat", sagte der CDU-Politiker am Sonntag im ZDF.


"Griechenland muss seine Verpflichtungen erfüllen, damit die nächste Tranche ausgezahlt werden kann", betonte Schäuble. Das südosteuropäische Land müsse wettbewerbsfähig werden und wieder Zugang zu den Finanzmärkten bekommen, um zu vernünftigen Zinsen Geld leihen zu können. Der Reformkurs habe in Irland und Portugal bereits positiv gewirkt.

„Ich lehne es ab, das Land einfach abzuschreiben“
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55 Kommentare zu "Unionsabgeordnete: Merkel soll Athen die Meinung geigen"

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  • "Meine Wut wird auch täglich größer."
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    Dann wird diese Wut nach der Lektüre dieses Artikel der FAZ jetzt möglicherweise noch etwas wachsen:

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/griechenland/griechenland-armer-bauer-ueberweist-millionen-11918069.html

  • "Du schuldest allein auf Grund deiner Volkszugehörigkeit."
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    Ein für allemal: Ich schulde niemandem etwas, schon gar nicht aufgrund einer Geschichte vor fast einem ganzen Menschenleben, die schon 10 Jahre vorbei war, als ich geboren wurde! Wer sich unbedingt kollektivschuldig fühlen und den Zahlmichel geben will, dem sei dies unbenommen. Mit mir ist das nicht zu machen, ich bin aus härterem Holz geschnitzt...
    Für mich bleibt es dabei: Keinen Euro deutsche Steuergelder mehr an die Südländer im allgemeinen und Griechenland im besonderen. Statt dessen Gründung einer "Neuen Hanse" durch die Nordländer!
    Und damit ist diese fruchtlose Diskussion für mich beendet!


  • Richtig angemerkt graeculus, ihr habt die Balkanmafia am Hut und in der Tasche, da braucht ihr keine EU mit ihren Almosen. Der Aufkauf/Ausverkauf GR beginnt. Mafioso aller Laender, vereinigt euch kurzfristig. Ob eure neuen Besitzer pfleglich mit euch umgehen ?

    Graeca fides ,nulla fides..

  • ...und du, Spararm, könntest heute, ohne die historische Last des dt. Erbes, als Franzose, Brite oder Russe deiner unvollständigen Tätigkeit nachgehen.

  • Spararm. Deine 'Fähigkeiten' sind allein aus der Logik deiner anaeinadergereiten Buchstben zu erkennen. Auch deine vermeindliche Höfflichkeit täuscht nicht darüber hinweg.Du schuldest allein auf Grund deiner Volkszugehörigkeit. Gleiches veranlasst dich alle Griechen pauschal zu diffamieren. Du solltest dich mit der Definition 'Volk' auseinandersetzen. Nach deiner nicht unüblichen Sichtweise, stellst du generell die Existensberechtigung des deutschen Volkes in Frage, zu dem übrigens auch das österreichische Nationalkonstrukt gehört. Im März 1938 war das deutsche Volk wieder vereint und ist für die Zahlung Reparationszahlungen meines Erachtens gemeinschaftlich verpflichtet. Das Thema ist eben noch nicht rechtkräftig abgeschlossen. Und Ethisch schon gar nicht. Auch die letzte Gerichtsentscheidung hat die Reparatinsforderung grundsätzlich nicht abgewiesen. Nicht nur Italien und Griechenland haben allen Grund zu Klagen.
    Wenn du das lesen würden, was dir nicht gefällt, dann wüsstest du, dass Deutschland lange vor den Griechen sich mit buchhalterischen Tricks in die Währungsunion gemogelt hat. Der größte Betrüger in der Wirtschaft ist wohl jener, der finaziell am Stärksten ist und á la Siemens & Co, Ferrostaal uuuusw. die Welt, und nicht nur Griechenland, korrumpiert und sich dann noch den Heiligenschein aufsetzt. Gerade die Deutschen schuldet Griechenland mehr als jedes andere Volk Dank. Der Mythos "Deutschland - Volk der Dichter und Denker" beruht einzig und allein auf das Griechentum. Auch der flüchtige wirtschaftliche Erfolg der letzten 100 Jahre ist im Vergleich völlig bedeutungslos und wird allein durch die angezettelten Kriege mehr als wettgemacht. Auch du solltest euren Österreicher lesen, der sich dieser europäischen Schuld gegenüber Griechenland durchaus bewusst war.Wenn die europäische Völkergemeinschaft nicht pätestens nach dem 2. Weltkrieg die deutschen Untugenden'hingenommen hätte, gäbe es Deutschland als Staat nicht...

  • "rgendwie scheinst du dir noch im Unklaren zu sein, an wem du deinen Frust bezüglich deiner unternehmerischen Unfähigkeit abreagierst."
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    Da Sie (ich kann mich nicht erinnern, Ihnen das "Du" angeboten zu haben) mich nicht kennen, können Sie sich auch kein Bild über meine Fähigkeiten machen. Die Zeiten in meiner Branche sind sehr schlecht, die Honorare verfallen, das ist alles, wenngleich auch mehr als genug.
    Ansonsten hat Griechenland völkerrechtlich betrachtet keine Forderungen mehr zu stellen (der Punkt ist abgehakt) und ich persönlich schulde ohnehin niemandem etwas, den Griechen am allerwenigsten.
    Fakt und Konsens ist, daß sich Griechenland in die Eurozone hineinbetrogen hat und das sollte die zahlenden Mitglieder (es ist ja nicht nur Deutschland) nicht hinnehmen!

  • @SchuldaufEwig. Noch intelligenter kann man seine Unwissenheit bezüglich historischer Fakten und Zusammenhänge nicht preisgeben. Der Alexanderfeldzug, war von Philipp II. als Rachefeldzug für Einfall der Perser in Griechenland 150 Jahre zuvor. Im Edeffekt entwickelte sich der Alexanderfeldzug zum einzigen Feldzug, zum größten Weltreich, welches Völker aus der sklaverei befreite und einte. Selbst die Juden danken es uns noch heute. Deswegen heißen viele Juden Alexander bzw. Alexandra und nicht Adolfine.
    Jedenfalls ist noch kein Perser oder Babyloner (Meder) auch nur im Entferntesten darauf gekommen, uns Griechen dies nachzutragen. Im Gegenteil. Nicht verbindet uns mehr mit den Persern, Egyptern, Indern, Afghanen, mit der gesamten Levante, als das Alexanderreich.
    Das einzige was die Welt uns in diesem Zusammenhang nachtragen könnte ist, dass allein durch den hellenstischen Pluralismus und Humanismus im Alexanderreich das Judentum und in Folge auch das Christentum, als griechische Religion jüdischen Ursprungs, die Welt eroberten. Wäre Rom bei der griechischen Kultur geblieben, und hätte dem Christen- und Judentum nicht die Öffentlichkeit gegeben, gäbe es sicher auch keinen Islam.

    Man muß schon historische Zusammenhänge kennen, um sich nicht selbst in Abseits zu manövrieren

  • Mein Reden, Herder. Aber auch so ist das Beste an dieser Krise, dass die mediterranen Völker wieder zusammenrücken. So wie es kulturhistorisch vor der Okkupation durch das Christentum war.
    Ich befürchte nur, dass die abramitischen Religionen und der schnöde Euro uns allesamt unausweichlich ins Verderben treiben.

  • Haben die Griechen schon Reparationsleistungen für die Verbrechen von Alexander dem Großen geleistet? Ich wüßte nicht!

  • Wollte nur der Zensur keinen Vorwand bieten. Allein das ist der Grund, dass ich mich so gewählt formuliere.

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