Unionspolitiker zu Brexit-Drohungen

„Mehr Cameron und weniger Juncker täten der EU gut“

Unions-Fraktionsvize Ralph Brinkhaus fordert mehr Anstrengungen, um Großbritannien in der Europäischen Union zu halten. Er findet, dass der britische Premierminister Cameron „in vielen Punkten“ Recht hat.
Mehr Wettbewerbsfähigkeit, keine Bevorzugung von Euro-Ländern, weniger Macht für Brüssel: Die Forderungen Camerons (r., daneben EU-Kommissionspräsident Juncker) für einen Verbleib der Briten in der EU sind klar. Quelle: ap
Briten stellen Bedingungen

Mehr Wettbewerbsfähigkeit, keine Bevorzugung von Euro-Ländern, weniger Macht für Brüssel: Die Forderungen Camerons (r., daneben EU-Kommissionspräsident Juncker) für einen Verbleib der Briten in der EU sind klar.

(Foto: ap)

BerlinDer stellvertretende Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Ralph Brinkhaus, hat sich für weit mehr Anstrengungen ausgesprochen, um Großbritannien in der Europäischen Union zu halten. „Ich würde mir sehr wünschen, dass wir mehr tun“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Viele Forderungen des britischen Premierministers David Cameron unterstütze auch Deutschland: „Cameron hat in vielen Punkten Recht. Wir sollten ihm eine Brücke bauen, über die er gehen kann.“ Es gehe um eine entscheidende Weichenstellung in der EU, doch das Thema gehe ziemlich unter angesichts der Krisen und Konflikte: „Ich sehe das sehr viel dramatischer.“

Der Präsident des Industrieverbandes BDI, Ulrich Grillo, mahnte, die britischen Bedenken müssten ernst genommen werden. Jetzt müsse auf beiden Seiten ein Kompromiss gefunden werden. Der Wille dazu sei vorhanden, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Ohne Großbritannien würde Europa geschwächt. „Aber Großbritannien würde genauso geschwächt.“ Grillo forderte Cameron auf, klar für den Verbleib seines Landes in der EU einzustehen. „Ein ‚Brexit‘ – der Austritt Großbritanniens aus der EU – führt uns alle in die Sackgasse.“

Die Bürger Großbritanniens sollen bis spätestens Ende 2017 in einem Referendum darüber entscheiden, ob das Königreich in der EU bleiben soll. Aus Sicht von Brinkhaus muss wesentlich mehr unternommen werden, damit das Referendum positiv ausfällt. „Was haben wir nicht alles getan, um Griechenland in der Euro-Zone zu halten. Da wünsche ich mir schon dieselben Anstrengungen, um einen EU-Ausstieg der Briten – einen ‚Brexit‘ – zu verhindern.“

„Das ist ein Sprengsatz für die gesamte EU“
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