Unklarheit über Massaker
Kämpfe in der Elfenbeinküste werden dramatischer

Der Machtkampf in der Elfenbeinküste spitzt sich zu. Es gab heftige Gefechte zwischen den Truppen von Wahlsieger Ouattara und den Kräften des abgewählten Präsidenten Gbagbo. Die UN geht einem furchtbaren Verbrechen nach.
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Abidjan/KapstadtIn der westlichen Stadt Duekoue wurden nach Angaben des Internationalen Roten Kreuzes in der vergangenen Woche mindestens 800 Menschen getötet. Die Vereinten Nationen beschuldigten die Truppen des international anerkannten Wahlsiegers Ouattara, an dem Massaker beteiligt gewesen zu sein. Er wies die Vorwürfe am Sonntag zurück.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte, er sei von den Berichten über eine Mit-Verantwortung der Ouattara-Anhänger für das Massaker „besorgt und alarmiert“. Ban sprach demnach am späten Samstagabend mit dem Wahlsieger. Der stellvertretende Leiter des UN-Einsatzes ONUCI in der Elfenbeinküste bekräftigte die Vorwürfe im französischen Fernsehen. Anhänger Ouattaras seien für den Tod von 220 Zivilisten in Duekoue zwischen Montag und Mittwoch verantwortlich, sagte Guillaume Ngefa dem Fernsehsender France24. Den Gbagbo-Truppen sei der Tod von mehr als 110 Menschen dort zuzuschreiben. „Ouattara stellt nach ersten Ermittlungen fest, dass die Anschuldigungen des Vize-Chefs der ONUCI-Menschenrechtsabteilung von keinerlei Beweisen gedeckt sind“, erklärte die provisorische Regierung Ouattaras.

In der nördlich gelegenen Stadt Bouake kam es zu Angriffen auf Mitarbeiter des UN-Einsatzes. „Unsere Wachen und Zentralen waren Ziel von Angriffen, aber wir setzen unsere Arbeit fort“, sagte ONUCI-Sprecher Hamadoun Toure. Einige wenige Mitarbeiter seien evakuiert worden. Wie viele Angestellte an andere Orte gebracht worden seien, wollte Toure nicht sagen. Details zu den Angriffen nannte er nicht.

Der Wahlsieger Ouattara konnte seit dem Wahlsieg Ende November mit seinen Truppen weite Teile des Landes einnehmen.

Vor drei Tagen kam ihr Vormarsch vor der Millionen-Metropole und dem Regierungssitz Abidjan ins Stoppen. Dort brachten sich am Wochenende nun beide Seiten in Stellung.

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