Unmut bei Serben und Albaner
Vermittler schlagen neutrales Kosovo vor

Das Kosovo soll neutral werden. Einen entsprechenden Vorschlag wollen die Vermittler aus Russland, der EU und den USA, die sogenannte Troika, bei der nächsten Vermittlungsrunde in der kommenden Woche in Brüssel unterbreiten. Serbien und Albanien wollen dies nicht akzeptieren.

HB BELGRAD. Die fast nur noch von Albanern bewohnte abtrünnige südserbische Provinz solle neutral werden, über ihren endgültigen staatsrechtlichen Status solle später entschieden werden, berichteten die Medien am Donnerstag übereinstimmend in Belgrad und Pristina. Sie beriefen sich auf den deutschen Diplomaten Wolfgang Ischinger, der sich im Namen der Europäischen Union um einen Kompromiss im Kosovo bemüht. Serben und Albaner lehnten diesen Vorschlag jedoch ab.

„Ischinger überschreitet (mit diesem Vorschlag) sein Verhandlungsmandat“, kritisierte der serbische Kosovo-Minister Slobodan Samardzic. „Das Kosovo kann gegenüber Serbien keinen neutralen Status besitzen, weil die Provinz ein integraler und untrennbarer Teil Serbiens ist“, sagte er im Namen der Regierung. Auch der albanische Kosovo-Präsident Fatmir Sejdiu wies den neuen Vorschlag zurück: „Unsere Position ist bekannt. Wir akzeptieren keine andere Lösung als die Unabhängigkeit“. Die Vermittlungstroika will bis zum 10. Dezember ein Ergebnis ihrer viermonatigen Bemühungen vorlegen. Bisher hatten Albaner und Serben keinerlei Annäherungen erzielt.

Das Kosovo wird seit 1999 von den Vereinten Nationen (UN) verwaltet, nachdem NATO-Bomben die gewaltsame Vertreibung hunderttausender Albaner durch serbisches Militär und Paramilitär beendet hatten. Die zwei Mill. Albaner wollen sich von Serbien trennen und unabhängig werden. Sie wollen noch im Dezember ihre Souveränität einseitig ausrufen. Belgrad besteht auf dem Verbleib der Region im Staatsverband und hat eine weitgehende Autonomie angeboten.

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