Uno-Bericht
Iran hat Plutonium hergestellt

Einem vertraulichen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zufolge hat der Iran zugegeben, eine geringe Menge Plutonium hergestellt zu haben. Das radioaktive Material kann zum Bau von Atomwaffen verwendet werden.

HB WIEN. In dem Bericht, der Reuters seit Montag vorliegt, heißt es, es liege zwar kein Hinweis auf ein geheimes Atomwaffenprogramm des Iran vor. Weil der Iran in der Vergangenheit vieles verheimlicht habe, werde es jedoch noch einige Zeit dauern, bis die IAEA sich schlüssig sei, dass das Atomprogramm nur friedlichen Zwecken diene. Der Iran hat Vorwürfe der USA stets zurückgewiesen, nach Atomwaffen zu streben.

Am 23. Oktober hatte der Iran der IAEA einen Bericht über sein Atomprogramm übergeben und war damit einer Forderung der UNO-Behörde nachgekommen. In dem IAEA-Bericht heißt es, Iran habe eingeräumt, von 1999 bis 2002 eine begrenzte Anzahl von Tests durchgeführt zu haben, bei denen kleinere Mengen von Uran-Hexafluorid verwendet worden seien. Zudem habe der Iran zugegeben, dass er eine Uran-Anreicherungsanlage vor der IAEA geheim gehalten habe.

Der Chef des Nationalen Sicherheitsrates im Iran, Hassan Rohani, hatte am Montag während eines Besuchs in Moskau angekündigt, dass der Iran sein umstrittenes Programm zur Uran-Anreicherung mit sofortiger Wirkung vorerst einstellen werde.

Über die jüngsten Erkenntnisse der IAEA über das Atomprogramm des Iran sollen die Diplomaten, die dem aus 35 Staaten bestehenden Gouverneursrat der Behörde angehören, in einer Sitzung des Gremiums am 20. November beraten. Es wird erwartet, dass die USA bei der Sitzung darauf dringen werden, dass sich der UNO-Sicherheitsrat mit dem Iran befassen solle, weil das Land gegen den Atomwaffensperrvertrag verstoßen habe. Der Sicherheitsrat könnte Sanktionen gegen den Iran verhängen. Ein Diplomat räumte den USA jedoch geringe Chancen ein, in dieser Sitzung ein solches Vorgehen der IAEA zu erreichen.

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