Uno-Bericht
Schreckensherrschaft in der Ostukraine

Folter, Exekutionen und immer mehr zivile Todesopfer: Ein Uno-Bericht klagt rücksichtslose Methoden der Machtsicherung prorussischer Separatisten an. Seit Mitte April seien mehr als 1000 Menschen getötet worden.
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GenfDie Bevölkerung der Ostukraine leidet nach Uno-Angaben unter einer Schreckensherrschaft prorussischer Separatisten. Um ihre Macht zu sichern, würden die bewaffneten Gruppen Menschen entführen, einsperren, foltern und exekutieren, heißt es in einem am Montag in Genf veröffentlichten Bericht des Uno-Hochkommissariats für Menschenrechte. Seit Mitte April wurden laut Uno in dem Konflikt mindestens 1129 Menschen getötet und mehr als 3400 verletzt.

Die straff organisierten und militärisch stark ausgerüsteten Rebellen hätten ihre Herausforderung der ukrainischen Regierung weiter intensiviert, heißt es in dem Bericht. Regierungstruppen hätten mit verstärkten Angriffen reagiert. Kämpfen in besiedelten Gegenden seien zahlreiche Zivilisten zum Opfer gefallen, Tausende seien geflohen.

Zudem werden die Die Uno-Experten den Separatisten gezielte Angriffe auf öffentliche Einrichtungen wie Wasser- und Energieversorgung vor. „Banken wurden ausgeraubt, Kohlebergbau-Betriebe attackiert“, heißt es. „Eisenbahnlinien wurden in die Luft gejagt. Krankenhäuser wurden zwangsweise geschlossen und grundlegende medizinische sowie notärztliche Hilfeleistungen wurden dadurch knapper oder stehen gar nicht mehr zur Verfügung.“

Bis Mitte Juli seien fast 87 000 Menschen innerhalb der Ostukraine durch „die Verbreitung von Angst, Einschüchterungen, Drangsalierungen und Kämpfe“ in die Flucht getrieben worden. Auf die Herausforderung durch die Separatisten habe die Regierung in Kiew mit verstärkten Angriffen der Armee reagiert.

„Beide Seiten müssen verhindern, dass noch mehr Zivilisten getötet werden“, forderte die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay. Das Vorgehen sowohl der Separatisten, als auch der Armee müsse unter Umständen als Verletzung des humanitären Völkerrechts eingestuft und verfolgt werden. Bei Kämpfen in Donezk und Lugansk hätten beide Seiten schwere Waffen in bewohnten Gegenden eingesetzt, darunter Artillerie, Panzer und Raketen.

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Schreckensherrschaft in der Ostukraine

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Bundesregierung mahnt Kiew zur Zurückhaltung

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  • Na also: es siegen diejenigen, welche den moralischen Vorteil auf ihrer Seite wissen und dazu tragen viele Überläufer aus der Ukrainischen Armee einen großen Anteil bei; geht doch: Donetsk nationale Republik Armee (DnRA) befreit Shahtarsk. Da sieht jetzt die EU + USA mit ihrer schlappen Unterstützung der Faschisten in Kiew ganz schlecht aus, trotz der zahlreichen Unterstützung der Medien hier im Westen, was überhaupt nichts bringt in der Ukraine, wobei die DnRA (ja, ja: FREIWILLIGEN-Armee) sogar aus Afrika bejubelt wird.

  • @Fritz Yoski

    Sie müssen das so sehen, die Guten foltern human und für westliche Werte (Heinrich August Winkler), die Bösen
    foltern inhuman (Hitler, Stalin, Putin, Pohl Pot).

    Nur unbelehrbare Gefolterte sehen das womöglich anders und das sollte man ihnen durch Foltern abgewöhnen. So die Denkweise der Folterer und Henker dieser Welt.

  • Die Polen und die USA duerfen foltern, das sind naemlich die Guten. Nur die Boesen duerfen nicht foltern.

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