Uno-Botschafterin
Susan Rice: Loyal, unterkühlt, engagiert

In den ersten vier Monaten seit dem Regierungswechsel in Washington stand sie im Schatten von Außenministerin Hillary Clinton. Doch mit der Korea-Krise wird nun erstmals jene Frau einem breiten Publikum sichtbar, die für Barack Obama eine so zentrale Rolle im Wahlkampf gespielt hatte: Susan Rice.

Als Botschafterin der Vereinten Nationen (Uno) ist Susan Rice das Gesicht der amerikanischen Diplomatie. Denn am Uno-Sitz in New York wird entschieden, wie auf den Atomtest Nordkoreas reagiert werden soll.



Früh hatte die 44-Jährige ihre Sympathie zu Obama entdeckt und die politischen Lager innerhalb der demokratischen Partei gewechselt. Denn eigentlich war erwartet worden, dass die Karrierediplomatin auch weiterhin loyal zu den Clintons steht, nachdem sie unter Präsident Bill Clinton Beraterin im Weißen Haus und im Außenministerium Staatssekretärin wurde. Dort wurde sie von Madeleine Albright gefördert. Die fand an der in Washington geborenen Rice so viel Gefallen, dass sie die studierte Historikerin nach oben katapultierte.

Die damalige Außenministerin Albright macht Rice für die Afrika-Politik verantwortlich. Mit dieser Aufgabe erlebte die Afro-Amerikanerin eine Zeit, die sie prägen sollte. Vor allem erlebte Rice den Völkermord in Ruanda in den 90er-Jahren hautnah – was sie immer wieder zu starken Appellen gegen jegliche Form von Genozid veranlasste.



Ihre klaren Positionen gepaart mit ihrer recht unterkühlten Art machen Rice allerdings auch immer wieder zum Gegenstand von Kritik. Das Verhältnis zwischen ihr und Hillary Clinton gilt als spannungsreich.

Nachdem die Uno unter George W. Bush massiv an Bedeutung verloren hatten, will die Multilateralistin Rice dies nun wieder ändern. Das diplomatische Fingerspitzengefühl der Uno-Botschafterin wird im Falle des Umgangs mit Nordkorea erstmals auf die Probe gestellt.

Markus Ziener ist Korrespondent in Washington.
Markus Ziener
Handelsblatt / Korrespondent
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