UNO ermittelt
Blauhelme sollen Zivilisten in Afrika getötet haben

Sie sollen Zivilisten entführt und hingerichtet haben: Das UN-Menschenrechtskommissariat ermittelt wegen Missbrauchsverdachts gegen Blauhelme in Zentralafrika. Dabei stehen die Vereinten Nationen selbst unter Druck.
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BerlinNeben dem Missbrauchsverdacht gegen französische Soldaten liegen dem UN-Menschenrechtskommissariat Informationen über weitere mutmaßliche Straftaten durch Blauhelme in Zentralafrika vor. Dabei gehe es um die Tötung von Zivilisten, Hinrichtungen, Entführungen und die sexuelle Ausbeutung von Frauen, erklärte UN-Menschenrechtskommissar Said Raad Said al-Hussein am Samstag.

Said forderte von den betroffenen Regierungen die rasche Aufklärung der Verdachtsfälle. Um welche Länder es sich handelt, sagte er aber nicht. Die Vereinten Nationen sind selbst unter Druck, weil sie von dem Verdacht sexuellen Missbrauchs durch französische Soldaten in der Zentralafrikanischen Republik wussten, aber monatelang nichts unternahmen. Erst Ende April eröffnete Frankreich ein Strafverfahren.

In dem Zusammenhang habe sein Büro überprüft, in wieweit die seit 2014 vorliegenden Verdächtigungen gegen Soldaten „mehrerer internationaler Kontingente“ verfolgt worden seien, erklärte Said. Die Länder sollten ihre Bemühungen verstärken. Auch reise ein Team in seinem Auftrag in die Zentralafrikanische Republik, um Maßnahmen gegen Rechtsverstöße zu prüfen.

Wegen Gewaltausbrüchen zwischen Christen und Muslimen hatte Frankreich Ende 2013 Soldaten nach Zentralafrika entsandt. Die UN schickten später eine 12 000 Mann starke Friedenstruppe.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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