Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon
Bedrohung durch Hunger und Unterernährung wächst

Angesichts stark gestiegener Preise für Grundnahrungsmittel schlägt Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon Alarm. "Die Preise für Nahrungsmittel steigen rapide, und die Bedrohung durch Hunger und Unterernährung wächst. Millionen der verletzlichsten Menschen sind gefährdet. Eine effektive und schnelle Antwort ist jetzt nötig", schreibt Ban in einem Beitrag für das Handelsblatt.

HB DÜSSELDORF. Die Auswirkungen seien deutlich. In einigen Ländern Westafrikas und Südasiens gebe es Ausschreitungen wegen Nahrungsmittelknappheit. In Ländern, die Lebensmittel importieren müssen, um die hungernde Bevölkerung zu versorgen, komme es wegen der hohen Lebenshaltungskosten zu Demonstrationen. "Zerbrechliche Demokratien beginnen den Druck der Nahrungsmittelknappheit zu spüren", so der Uno-Generalsekretär.

Experten gingen davon aus, dass die Nahrungsmittelpreise auch künftig nicht wieder sinken werden. "Selbst in diesem Fall haben wir die Mittel und Technik, um Hunger zu bekämpfen und die Millenniums-Entwicklungsziele zu erreichen. Wir wissen, was getan werden muss", schreibt Ban und fordert: "Was wir benötigen, sind der politische Wille und Ressourcen, die wirkungsvoll und effizient eingesetzt werden."

Ban regt eine Verstärkung des Kampfs gegen den Hunger auf vier Ebenen an: "Erstens müssen wir die dringendsten humanitären Bedürfnisse decken. Dieses Jahr will WFP (World Food Programme) weltweit 73 Millionen Menschen ernähren, einschließlich der drei Millionen Menschen täglich in Darfur. Dafür benötigt das WFP 500 Millionen US-Dollar zusätzlich alleine dafür, um die gestiegenen Nahrungsmittelpreise auszugleichen. WFP kauft 80 Prozent der Güter in Entwicklungsländern. Zweitens müssen wir Uno-Programme stärken, die den Entwicklungsländern dabei helfen, mit Hunger umzugehen. Das muss sowohl die Unterstützung sogenannter Sicherheitsnetzprogramme beinhalten, die sozialen Schutz bei akuter Notlage bieten, als auch auf Langzeitlösungen abzielen. Wir müssen gleichzeitig Frühwarnsysteme entwickeln, um die Auswirkungen von Katastrophen zu mildern.

Schulspeisungen, die pro Tag weniger als 25 Cent kosten, können dabei ein wichtiges Mittel sein. Drittens muss die lokale Landwirtschaft kurzfristig mit wetterbedingten Krisen und langfristig mit den Auswirkungen des Klimawandels umgehen können. Dazu gehört das Anlegen von Dürre- und Flutabwehrsystemen, die Gemeinschaften mit Nahrungsmittelknappheit dabei helfen, sich anzupassen. Schließlich müssen wir landwirtschaftliche Produktion und Markteffizienz steigern."

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