Uno-Generalsekretär
Der zu freundliche Herr Ban

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon besticht durch seine ruhige Art und seinen ausgeprägten Harmoniestil. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bekommt der Nachfolger des hochgeachteten Kofi Annan seinen Job in den Griff – pünktlich zu Beginn des Klima-Gipfels in New York: Oberste Priorität haben der Kampf gegen den Klimawandel und die Lösung der Darfur-Krise.

NEW YORK. Leicht gebückt steht der Mann vor der Glocke am Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York. Er fasst den schweren Klöppel, schlägt die Glocke. Für einige Sekunden vibriert die Luft, der Lärm der nahen First Avenue ist wie verschluckt.

Dann sucht der Mann durch seine Brille die Augen des Publikums. Er spricht: „Frieden sollte eine Leidenschaft sein.“ Seine Stimme klingt jung, jünger, als man es von einem 63-Jährigen erwarten würde. Dann fordert er für diesen Tag, den Weltfriedenstag, eine globale Waffenruhe. „Wenn die Waffen verstummen, sollten wir die Möglichkeit nützen, über den Preis, den wir alle für Konflikte zahlen, nachzudenken.“

Es sind diese Sätze, mal schlicht, mal nachdenklich, die beeindrucken. Einige Menschen rund um den Redner schauen zu Boden, andere fassen sich an den Händen. Doch nicht immer sind die Zuhörer Ban Ki Moons so ergriffen – im Gegenteil. Der Südkoreaner hatte einen holprigen Start in dem Amt, das er seit Januar 2007 bekleidet: Generalsekretär der Uno als Nachfolger des hochgeachteten Kofi Annan. Nun endlich, pünktlich zu mehreren großen Uno-Treffen, bekommt er seinen Job aber in den Griff.

„Ban brauchte einige Zeit, jetzt überzeugt er durch seine ruhige Art“, betont ein Diplomat. Und der ehemalige Außenminister Südkoreas gefällt immer mehr mit seinem Harmoniestil: „Ich mache Freunde, ich habe keine Feinde“, lautet sein Motto.

B. Lynn Pascoe, Uno-Untergeneralsekretär für politische Angelegenheiten, betont eine andere Seite seines arbeitswütigen Bosses: „Dieser Generalsekretär will, dass die Welt uns aufgrund unserer Resultate beurteilt.“ Und die Welt wird Ban vor allem an zwei Resultaten messen, an zwei Krisen, die er ins Zentrum seines Wirkens stellt: dem Kampf gegen den Klimawandel und den Gräueln in Sudans Krisenprovinz Darfur.

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