Uno-Gipfel beginnt
Ban fordert Kraftakt für die ärmsten Regionen

Politiker aus 150 Ländern werden zum Uno-Gipfel in New York erwartet. Generalsekretär Ban Ki Moon pocht auf mehr Hilfe für Afrika: Die Entscheider müssten mehr "für die Ärmsten tun, die untere Milliarde, die in Armut gefangen ist."

NEW YORK. Überschattet von der Finanzkrise, Terrorismus und Konflikten wie in Georgien beginnt heute der Uno-Gipfel in New York. Die Weltorganisation erwartet ranghohe Politiker aus 150 Ländern zu Beginn der 63. Uno-Generalversammlung: US-Präsident George W. Bush wird in seiner letzten Rede vor dem Weltparlament angesichts der Anschläge in Pakistan den Kampf gegen bewaffnete Fanatiker beschwören; auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und Simbabwes Präsident Robert Mugabe stehen auf der Rednerliste. Am Rande des Mammuttreffens kommen brennende Themen wie Klimawandel, der Krieg in Afghanistan und Irans Nuklearprojekt zur Sprache.

Doch laut Uno-Drehbuch sollen die Entscheider vor allem "mehr für die Ärmsten tun, die untere Milliarde, die in Armut gefangen ist", mahnt Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon. Der Uno-Chef pocht speziell auf mehr Hilfe für Afrika. Denn trotz vereinzelter Fortschritte in der Wirtschaftsleistung gilt der Kontinent noch immer als Armenhaus. Am Montag debattierte die Uno auf einem Sondertreffen bereits die Probleme des Krisenkontinents.

Als Vorgaben im Kampf gegen die Armut dienen die acht Millenniumsentwicklungsziele der Uno aus dem Jahr 2000, die bis 2015 erreicht werden sollen: Halbierung der extremen Armut und des Hungers, bessere Bildung, Gesundheit und Umwelt sowie eine echte Partnerschaft zwischen armen und reichen Ländern. Am Donnerstag will Ban auf einem Millenniumsziel-Gipfel nach acht Jahren eine Zwischenbilanz ziehen.

Doch in die Vorbereitungen für den Gipfel platzten schlechte Nachrichten: Der drohende Abschwung der globalen Konjunktur droht die Bereitschaft reicher Länder zu dämpfen, die Entwicklungshilfe aufzustocken. Bundesentwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul sagte, es sei möglich, Hunderte von Milliarden Dollar zur Rettung von Finanzinstituten zu mobilisieren. Zur Rettung der Welt vor Armut, Hunger und Unterentwicklung müssten auch Gelder mobilisiert werden. "Das sollte möglich sein", sagte die SPD-Politikerin.

Gemäß Uno-Kalkulationen ist es nötig, dass die Geberländer ihre Zahlungen bis mindestens 2010 um 18 Mrd. Dollar pro Jahr anheben. Anderenfalls ist der Kampf gegen die Armut nicht zu gewinnen. Doch schon jetzt geht die Entwicklungshilfe zurück: Im Jahr 2005 betrug sie laut Uno mehr als 107 Mrd. Dollar; 2007 waren es schon weniger als 104 Mrd. Dollar.

Mit Besorgnis vernahm Uno-Chef Ban auch die Neuigkeiten von der Uno-Landwirtschaftsorganisation FAO. Nach deren Analysen wuchs die Zahl der Hungernden von Ende 2005 bis Ende 2007 um 75 auf 923 Mill. Menschen.

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