Uno-Klimarat
Warten auf den dritten Teil des Klimaberichts

Derzeit feilen Experten aus 100 Ländern in der Smog-City Bangkok am dritten Teil des UN-Klimaberichtes. Doch gerade dieser Band, in dem es um die konkreten Handlungsempfehlungen an die Regierungen gehen soll, ist der umstrittenste und einige Regierungen üben heftigen Druck aus.

HB BANGKOK. In Bangkok haben am Montag die Beratungen über den dritten UN-Klimabericht begonnen, in dem es um konkrete Schritte im Kampf gegen die Erderwärmung gehen soll. In einem ersten Entwurf hieß es, die Zeit für wirksame Maßnahmen werde wegen des Anstiegs der Treibhausgase knapp. In den kommenden Tagen wollen Wissenschaftler und Regierungen aus mehr als 100 Ländern am genauen Wortlaut feilen, bevor der Bericht am Freitag offiziell verabschiedet werden soll.

Beobachter erwarteten aber, dass die USA oder China den Text noch verwässern könnten. Die Regierungen beider Länder sind vor allem skeptisch, was genaue Zielvorgaben für die Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes angeht. Der von den Vereinten Nationen gegründete Internationale Wissenschaftsrat zum Klimawandel (IPCC) hatte seine ersten beiden Berichte Anfang Februar beziehungsweise Anfang April veröffentlicht. Sie behandelten die Folgen des Klimawandels und dessen regionale Auswirkungen.

Der IPCC-Vorsitzende Rajendra Pachauri sagte in Bangkok, die Wissenschaft liefere genug gute Gründe zum Handeln. Der Rat könne aber nur Anregungen geben, die Umsetzung müsse von anderer Seite kommen. Umweltgruppen mahnten, die Staatengemeinschaft verfüge über die entsprechenden Mittel, um dem Klimawandel angemessen zu begegnen. Diese seien auch nicht so teuer, wie manche Parteien behaupteten, sagte WWF-Vertreter Stephan Singer. Grundsätzlich könne nicht länger ignoriert werden, dass sich das Klima immer schneller verändere. Die Regierungen hätten daher keine Zeit mehr, weiter zu streiten.

Der eigentliche Entwurf des neuen Klima-Berichts hat 24 Seiten. Die Delegierten in Bangkok werden sich nun aber durch insgesamt 140 Seiten mit fast 1000 Änderungs- und Ergänzungsvorschlägen arbeiten, bevor die endgültige Version feststeht. Aufgezeigt werden verschiedene Möglichkeiten und Kosten einer Reduzierung der Treibhausgase: Sie reichen von einer Verringerung des Emissions-Ausstoßes bei Kohlekraftwerken über eine stärkere Zuwendung zu erneuerbaren Energien bis hin zu einer effizienteren Beleuchtung sowie einer besseren Isolierung von Gebäuden. Die Kosten für eine Stabilisierung des CO2-Ausstoßes könnten sich Experten zufolge bis 2030 auf 0,2 bis 3,0 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung belaufen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%