Uno-Konferenz: Ban und Röttgen mahnen zu Naturschutz

Uno-Konferenz
Ban und Röttgen mahnen zu Naturschutz

In New York hat am Mittwoch die Uno-Artenschutzkonferenz begonnen. Zum Auftakt warnte Generalsekretär Ban Ki Moon davor, dass Naturschutz wesentlich für das Überleben der Menschheit sei. Auch Bundesumweltminister Röttgen appellierte an die Staatengemeinschaft.
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HB NEW YORK. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Staatengemeinschaft davor gewarnt, die Natur zu ruinieren. Die Mehrheit der Menschen begreife noch immer nicht, dass die Zerstörung von Wäldern, Sümpfen und anderen natürlichen Lebensräumen zu ihrer eigenen "Todesfalle" zu werden drohe, erklärte Ban am Mittwoch zum Auftakt einer hochrangigen Konferenz zur Artenvielfalt in New York.

"Wissenschaftler sagen uns, dass wir die Verlustrate in der Natur mit unseren Aktionen um das Tausendfache beschleunigt haben", sagte er.

"Naturschutz ist kein Luxus, sondern die notwendige Sicherung und Investition in unsere Zukunft", sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) bei der Konferenz. In der kurzen Zeit seiner Ansprache sei wahrscheinlich "eine weitere biologische Art für immer von unserem Planeten verschwunden". Der Minister appellierte an die 193 Vertragsstaaten der Konvention zur biologischen Vielfalt (CBD), Maßnahmen zum Naturschutz in ihre politischen Programme aufzunehmen. "Wir müssen unseren ökologischen Fußabdruck massiv verringern".

Der CBD-Generalsekretär Ahmed Djoghlaf ging sogar noch einen Schritt weiter. Die CBD-Vertragsstaaten sollten die neue Strategie zum Artenschutz unmittelbar nach ihrer Verabschiedung in ihrer nationalen Gesetzgebung verankern, forderte er am Rand der Konferenz vor Journalisten. Die CBD-Staaten treffen sich in etwa einem Monat im japanischen Nagoya und wollen sich dort auf einen schärferen Maßnahmenkatalog einigen, nachdem das Ziel, den Rückgang der biologischen Artenvielfalt bis 2010 zumindest zu verlangsamen, gescheitert ist.

Die eintägige Konferenz der Staats- und Regierungschefs sowie Fachminister in New York soll die Weichen für Nagoya stellen. Dort wird Deutschland auch den Vorsitz der CBD-Vertragsstaaten abgeben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bei der Übernahme des CDB - Vorsitzes im Mai 2008 in Bonn zugesagt, zusätzlich zur Entwicklungshilfe eine halbe Milliarde Euro für die Zeit bis 2012 in den Schutz von Wäldern und anderer Ökosysteme in der Dritten Welt zu investieren. Von 2013 an soll die deutsche Hilfe in diesem Bereich laut Merkel dann jährlich eine halbe Milliarde Euro betragen. Mit ihrem Vorbild erhofft sich die Bundesregierung eine Signalwirkung für alle anderen Geberländer.

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