Zudem muss die Menschheit nach den Einschätzungen in Zukunft mit mehr Toten durch direkte Hitzeeinwirkung rechnen. Experten befürchten, dass die Zahl dieser Sterbefälle in Nordamerika zwischen den 1990er- und 2050er-Jahren um 4,5 Prozent steigen wird. In Australien könnten um das Jahr 2050 bis zu 5 200 ältere Menschen pro Jahr an den drohenden Backofentemperaturen sterben.
In Afrika dürften Hitzewellen zu einer weiteren Wüstenbildung führen. Laut einem Szenario droht dort eine Ausweitung des trockenen oder halbtrockenen Bodens um bis zu 90 Millionen Hektar bis zum Jahr 2080. Die Erderwärmung werde aber auch den Ernteumfang auf dem Schwarzen Kontinent reduzieren und neue Hungersnöte provozieren.
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„Unser Report soll vor allem die Politiker wachrütteln“, sagt ein Wissenschaftler, der an dem Bericht mitgearbeitet hat. „Im Kampf gegen die Erderwärmung müssen die Entscheidungsträger endlich ernst machen.“
STICHWORT: WELTKLIMARAT
Die Organisation:
Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), kurz Weltklimarat, wurde 1988 vom Uno-Umweltprogramm und der Welt-Meteorologie-Organisation ins Leben gerufen. Das IPCC forscht nicht selbst, sondern sammelt und analysiert die Ergebnisse weltweiter Klimaforschung.
Die Berichte:
Alle fünf bis sechs Jahre fasst das in Genf ansässige IPCC die gesammelten Daten zu Berichten und Empfehlungen zusammen. Die Klimareports der Jahre 1995 und 2001 hatten die Frage nach der Verantwortung des Menschen für den Klimawandel noch wesentlich zurückhaltender beantwortet als der aktuelle Bericht, dessen ersten Teil das IPCC im Februar vorgestellt hatte. Darin wird der von Menschen verursachte Treibhausgasausstoß als „sehr wahrscheinliche Ursache“ benannt. Morgen legt das IPCC Teil zwei des Berichts vor. Er skizziert Auswirkungen des Temperaturanstiegs.


