Uno ruft zur Beendigung der Kämpfe auf
600 Tote bei jüngsten Kämpfen in Liberia

Etwa 600 Menschen sind bei den jüngsten erbitterten Kämpfen zwischen Rebellen und Armee in der liberianischen Haupstadt Monrovia und Umgebung ums Leben gekommen. Diese Zahl nannte Verteidigungsminister Daniel Chea am Dienstag. Nach Angaben von internationalen Hilfsorganisationen liegen Hunderte von Verletzte in Krankenhäusern. Die Gefechte vor allem um das strategisch wichtige Hafengebiet von Monrovia dauerten am Dienstag unvermindert an.

HB/dpa MONROVIA/GENF/WASHINGTON. Mehr als 300 000 Menschen seien auf der Flucht. Zehntausende Liberianer seien ohne Nahrung, teilte das Welternährungsprogramm (WFP) am Dienstag in Genf mit. In Monrovia seien Menschen in Schulen, Kirchen und anderen Unterkünften ohne Wasser und Lebensmittel zusammengepfercht. Solange wie die Kämpfe andauerten, könne den Bedürftigen nicht geholfen werden. Die bisherige Krise bewege sich immer schneller auf eine humanitäre Katastrophe zu.

Die UN-Hochkommissare für Menschenrechte und Flüchtlinge riefen zu einem sofortigen Ende der Kämpfe zwischen den verfeindeten Bürgerkriegsparteien auf. In Monrovia sei die Strom- und Wasserversorgung unterbrochen. Internationale Helfer würden angegriffen, hieß es in Genf. UN-Flüchtlingskommissar Ruud Lubbers verlangte erneut die rasche Stationierung einer internationalen Friedenstruppe.

Das US-Außenministerium warf der Rebellenorganisation LURD („Liberianer vereint für Versöhnung und Demokratie“) vor, das Leid der Bevölkerung rücksichtslos zu vergrößern. Zugleich gab das Pentagon bekannt, dass es 4 500 Soldaten näher an das westafrikanische Unruheland heran verlege. Die US-Marinesoldaten sollen mit mehreren Schiffen vom Horn von Afrika in das Mittelmeer verlegt werden, von wo aus sie schneller Liberia erreichen könnten. Bisher lehnt Präsident George W. Bush die Entsendung amerikanischer Friedenstruppen nach Liberia ab. Er verlangt zunächst den Rücktritt und die Ausreise von Liberias Präsident Charles Taylor, dessen Armee gegen die vorrückenden Rebellen kämpft.

Taylor hat einem Gang ins Exil unter der Voraussetzung zugestimmt, dass zuvor eine internationale Friedenstruppe die Sicherheit im Land garantiert. Die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas hatte bereits Anfang des Monats die Entsendung einer Friedenstruppe beschlossen, bislang jedoch noch keine Soldaten in Liberia stationiert. Nigeria hat dem liberianischen Staatschef Asyl angeboten.

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