Uno sagt rasantes Bevölkerungswachstum vor allem in den Metropolen der Dritten Welt voraus
Mega-Städte wachsen unkontrolliert

Das weltweite Bevölkerungswachstum in den Städten wird sich nach einem Bericht der Uno beschleunigen. Im Jahr 2030 würden rund 60 Prozent der Menschheit in urbanen Zentren leben, teilte das Raumplanungsprogramm der Vereinten Nationen, Uno-Habitat, in einem Bericht mit, der am Dienstag in Genf veröffentlicht wurde.

jdh GENF. Im Jahr 2000 hätten rund 47 Prozent aller Menschen in Städten gelebt, so Uno-Habitat weiter. Im Jahr 1950 betrug der entsprechende Wert noch rund 30 Prozent. Die Bevölkerungsexplosion habe oft eine „trübe Lage“ heraufbeschworen, erklärte Uno-Generalsekretär Kofi Annan in einem Vorwort. Verarmung, Korruption, Kriminalität und Gewalt belasteten die Städte.

Auf der anderen Seite birgt die Urbanisierung der Welt laut Uno-Habitat große ökonomische Chancen. Schon heute erwirtschafteten städtische Gebiete mehr als die Hälfte des Bruttoinlandsprodukt aller Länder. In vielen Staaten Lateinamerikas und Europas steuerten die Zentren mehr als 80 Prozent zur nationalen Wirtschaftsleistung bei. In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires und in der chilenischen Kapitale Santiago de Chile etwa entstehe jeweils die Hälfte der nationalen BIPs.

Am schnellsten wüchsen die Metropolen in den Entwicklungsländern. Jede Woche stieg deren Einwohnerzahl durch Zuwanderung und Geburtenüberschuss um rund eine Million Menschen. Insgesamt werde sich die Bevölkerung in den städtischen Zentren der Entwicklungsländer bis zum Jahr 2030 fast verdoppeln. Die Metropolen der armen Staaten würden dann rund 4,2 Mrd. Menschen beherbergen. Für die Großstädte der einkommensstarken Staaten prognostiziert Uno-Habitat eine Einwohnerzahl von 825 Mill. im Jahr 2030. Derzeit betrage die Zahl der Städter in den reichen Ländern etwa 700 Mill. Die Bevölkerungsentwicklung in den ländlichen Gebieten aller Kontinente werde in den nächsten Jahren praktisch stagnieren.

Asien werde weltweit der Schauplatz der schnellsten städtischen Entwicklung sein, so Uno-Habitat. Schon jetzt fänden sich die Hälfte aller Metropolen mit mehr als zehn Mill. Einwohner auf dem größten Kontinent der Erde. Im Jahr 2015 würden drei der fünf größten urbanen Zentren auf asiatischen Boden liegen: Die indischen Städte Mumbai (Bombay) und Neu Delhi sowie Dhaka in Bangladesch.

Der Aufstieg Dhakas zu einer Megametropole sei besonders rasant. 1950 hätten in der Hauptstadt Bangladeschs nur gut 400 000 Menschen gelebt. Derzeit belege Dhaka auf der Liste der bevölkerungsreichen internationalen Großstädte den neunten Rang (12,5 Mill. Einwohner); in der nächsten Dekade werde die Kapitale des bitterarmen Landes den zweiten Rang mit rund 23 Mill. Kinder, Frauen und Männern einnehmen. In Lateinamerika werde die Verstädterung ebenfalls weiter voranschreiten. Schon heute lebten drei von vier Personen der Region in urbanen Zentren.

Quelle: Handelsblatt

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