Auch Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul verurteilte das Verhalten der birmesischen Generäle als inakzeptabel. Nach einem Treffen mit John Powell, Vize-Chef des Welternährungsprogramms, sagte die SPD-Politikerin am Freitag in Berlin: „Humanitäre Hilfe in dieser Größenordnung muss professionell durchgeführt werden. Es ist nicht Aufgabe der Generäle, die Hilfe nach eigenem Gutdünken zu verteilen.“
Die Ministerin kündigte an, der Not leidenden Bevölkerung Birmas würden deutsche Hilfen in Höhe von einer Million Euro zukommen. Wieczorek-Zeul forderte den Uno-Sicherheitsrat auf, sich sofort mit dem Thema zu befassen. Die internationale Gemeinschaft sei in der Pflicht, sich zum Wohle der Menschen in Birma einzusetzen.
Das birmanische Außenministerium erklärte, man sei zwar dankbar für Versorgungsgüter aus dem Ausland, wolle diese aber selbst verteilen. Am Donnerstag sei in Rangun ein Flugzeug mit Rettungskräften gelandet, die keine Einreisegenehmigung gehabt hätten. Die Maschine sei zurückgeschickt worden. Erst am Donnerstag waren außerdem die ersten Flugzeuge des Roten Kreuzes und des WFP in Birma gelandet.
Der in Norwegen ansässige Sender Demokratische Stimme Birmas veröffentlichte am Freitag Bilder des Elends im Irrawaddy-Delta. Auf eine Straße hatte jemand geschrieben „Bitte kommt und helft uns“, wie auf dem Video zu sehen war. Wenige Meter weiter stand „Wir haben Hunger“.


