Uno-Studie
Syrer bilden die größte Flüchtlingsgruppe

Drei Jahrzehnte lang waren die Afghanen die größte vom Flüchtlingshilfswerk UNHCR betreute Gruppe. Nun wurden sie abgelöst: Mit mehr als drei Millionen gewaltsam Vertriebenen sind die Syrer die größte Flüchtlingsgruppe.
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Berlin/GenfRund 5,5 Millionen Menschen sind allein in den ersten sechs Monaten 2014 durch die Kriege in Syrien, Irak und Teilen Afrikas vertrieben worden oder geflüchtet. Das sind mehr als die Einwohner von Berlin und Hamburg zusammen. Wie das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Mittwoch weiter mitteilte, kommen die meisten neuen Flüchtlinge aus Syrien. Ende 2013 waren insgesamt 51,2 Millionen Menschen in der Welt gewaltsam Vertriebene.

„2014 hat sich die Zahl der Menschen unter unserer Obhut beispiellos erhöht“, sagte UNHCR-Chef Antonio Guterres. Solange es der internationalen Gemeinschaft nicht gelinge, politische Lösungen für die vielen Konflikte zu finden, werde die Welt mit den dramatischen Konsequenzen dieser Entwicklung konfrontiert.

Von den 5,5 Millionen neuen Flüchtlingen haben nach Angaben des UNHCR 1,4 Millionen Schutz und Hilfe in anderen Staaten gefunden. Die Mehrzahl suche Unterschlupf im eigenen Land. Ihnen könne vom UNHCR nur dann geholfen werden, wenn die jeweiligen Regierungen dies zuließen.

Die syrischen Flüchtlinge wurden 2014 mit drei Millionen zur größten Gruppe im Aufgabenbereich des UNHCR. Sie lösten die Afghanen ab, die drei Jahrzehnte lang diese Liste anführten. Nicht berücksichtigt sind dabei die Palästinenser, die in die Verantwortung der UN-Organisation UNRWA fallen.

Größtes Aufnahmeland ist in absoluten Zahlen Pakistan, das laut UNHCR 1,6 Millionen Flüchtlinge aus Afghanistan beherbergt. Im Verhältnis zu ihrer Bevölkerungsgröße haben aber der Libanon und Jordanien die meisten Vertriebenen aufgenommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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