Uno-Truppen nicht akzeptiert
Afrikanische Union verlängert Einsatz in Darfur

Trotz ihrer geringen Erfolge will die Afrikanische Union Mandat ihrer Friedenstruppe für die sudanesische Krisenregion Darfur um drei Monate bis zum Ende des Jahres verlängern – eine Notlösung. Denn der Sudan will bei seinem Bürgerkrieg lieber ungestört bleiben und akzeptiert keine Uno-Truppen in Darfur.

HB NEW YORK. Die Afrikanische Union (AU) will das Mandat ihrer Friedenstruppe für die sudanesische Krisenregion Darfur um drei Monate bis zum Ende des Jahres verlängern. Die Vereinten Nationen würden den Einsatz mit Logistik und Material unterstützen, sagte der Präsident von Burkina Faso und Chef des AU-Sicherheitsausschusses, Blaise Compaore, am Mittwoch nach Gesprächen am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Zur Finanzierung hätten sich die arabischen Staaten bereit erklärt.

Das bisherige Mandat der 7000 AU-Soldaten in Darfur läuft am 30. September aus. Die im August vom UN-Sicherheitsrat beschlossene Ablösung der unterfinanzierten Truppe durch Blauhelme der Vereinten Nationen lehnt die Regierung in Khartum ab. Die Resolution des Sicherheitsrats sieht den Einsatz von bis zu 22 500 Soldaten und Polizisten vor, bindet diesen aber an die Zustimmung der sudanesischen Regierung.

Bei dem Treffen in New York war zeitweise auch Sudans Präsident Omar Hassan al-Baschir anwesend. Er hatte bereits im Vorfeld des Treffes Zustimmung zur Verlängerung des AU-Mandats signalisiert. Eine UN-Truppe für Darfur lehnte er jedoch weiterhin ab. AU-Vertreter Compaore sagte dennoch, der Sudan sei zur Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen bereit. Einzelheiten dazu nannte er jedoch nicht.

Al Baschir erklärte, die Situation in Darfur werde von Menschenrechtsgruppen übertrieben dargestellt. Die Organisationen wollten auf diese Weise ihr Spendenaufkommen erhöhen, kritisierte der Staatschef. Es sei eine von Israel verbreitete Lüge, dass sudanesische Araber gegen die sudanesischen Afrikaner vorgingen. Deshalb lehne seine Regierung eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel ab. Khartum wird vorgeworfen, das Vorgehen islamischer Milizen gegen die afrikanische Bevölkerung der Region zu unterstützen.

Durch die seit 2003 andauernde Gewalt zwischen Rebellen und von der Regierung unterstützten Milizen in Darfur sind mehr als 200 000 Menschen ums Leben gekommen. Rund 2,5 Mill. Menschen wurden vertrieben.

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