Uno-Ultimatum abgelehnt
Ahmadinedschad will TV-Duell mit Bush

Der Iran provoziert die Uno: Präsident Ahmadinedschad hat die Forderung des Weltsicherheitsrates zum Atomkonflikt abgelehnt. Sein Land werde die Urananreicherung nicht einstellen, erklärte er. Stattdessen sprach Ahmadinedschad eine bizarre Einladung an George W. Bush aus.

HB TEHERAN. Vor dem Ablauf des Ultimatums der Vereinten Nationen hat Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad erneut auf das Recht seines Landes auf Atomtechnologie beharrt. „Das iranische Volk hat diesen Weg auf der Grundlage der internationalen Verordnungen gewählt“, sagte Ahmadinedschad auf einer Pressekonferenz in Teheran. „Es will sie benutzen und niemand kann es aufhalten.“ Zu der Kernfrage des Atomkonflikts, der Urananreicherung, äußerte er sich zunächst nicht direkt.

Stattdessen sprach Ahmadinedschad eine bizarre Einladung an die USA aus: "Ich schlage eine Live-TV-Debatte mit Mr. George W. Bush vor, um über aktuelle Themen zu reden und die Wege zur Lösung dieser Fragen", sagte Ahmadinedschad. Voraussetzung sei, dass es keine Zensur gebe. Die US-Regierung hat den Vorschlag jedoch abgelehnt. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad wolle mit seinem Vorstoß nur von den „berechtigten Sorgen der internationalen Gemeinschaft, nicht nur der USA, über das iranische Verhalten ablenken“, erklärte eine Sprecherin des US-Präsidialamtes.

Ahmadinedschad stellte weiter das Vetorecht des Uno-Sicherheitsrats in Frage. Die USA und Großbritannien seien „die Quelle vieler Spannungen“, sagte er. Im Sicherheitsrat genössen sie das Vetorecht, Beschwerden dagegen seien nicht möglich. Ähnliche Vorwürfe hatte Ahmadinedschad jüngst in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel gemacht. Darin erklärte er, der Iran und Deutschland seien beide der „Tyrannei“ der Siegermächte des Zweiten Weltkriegs ausgesetzt.

Der Uno-Sicherheitsrat hat dem Iran eine Frist bis Donnerstag gesetzt, um die Urananreicherung im Rahmen des umstrittenen Teheraner Atomprogramms auszusetzen. Anderenfalls könnten Sanktionen verhängt werden. Diplomaten zufolge ist jedoch unklar, ob die Staaten des Rates sich tatsächlich auf Strafmaßnahmen einigen könnten. Die USA hat angedeutet, mit Verbündeten zusammen notfalls auch ohne die UN Sanktionen zu verhängen.

Der Iran wird verdächtigt, mit Hilfe des Verfahrens heimlich nach Atomwaffen zu streben. Das Land hat dies zurückgewiesen und erklärt, es nutze die Atomtechnologie nur zu friedlichen Zwecken.

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