UNO
USA hoffen auf Front gegen Iran

Der Westen bemüht sich um eine gemeinsame Linie im Streit mit Iran - und versucht, Russland und China auf seine Seite zu ziehen. Gemeinsam wollen die Staaten verhindern, dass Präsident Ahmadinedschad seine Atom-Pläne verwirklichen kann. Jetzt geraten auch internationale Konzerne in den Strudel der Weltpolitik.

Noch in dieser Woche will die internationale Gemeinschaft ein gemeinsames Vorgehen im Streit über das iranische Atomprogramm vereinbaren. In New York kamen am Mittwochabend dazu die Außenminister der sogenannten Sechsergruppe zusammen. US-Präsident Barack Obama warnte in einer Rede vor der Uno-Vollversammlung, Iran werde zur Rechenschaft gezogen, falls es an der umstrittenen Urananreicherung festhalte. Zugleich wurde der öffentliche Druck auf internationale Unternehmen verstärkt, die im Iran-Geschäft tätig sind - wie Siemens oder die chinesischen Konzerne Sinopec und CNPC.

Die diplomatischen Anstrengungen der EU-Staaten Frankreich, Großbritannien und Deutschland sowie der USA konzentrieren sich derzeit darauf, Russland und China zu neuen Sanktionen zu bewegen, wenn Iran nicht auf das Gesprächsangebot über sein Atomprogramm eingeht. Heute will Obama darüber mit seinem russischen Kollegen Dmitrij Medwedjew reden; am Freitag versucht es Kanzlerin Angela Merkel. "Falls Moskau Sanktionen mitträgt, wird auch China mitmachen", sagte ein EU-Diplomat. Formelle Gespräche über Sanktionen werden am 1. Oktober in Genf weitergeführt. Überraschend optimistisch äußerte sich EU-Chefdiplomat Javier Solana: Russland und China würden sich neuen Sanktionen nicht verschließen.

Europäer und Amerikaner sollen sich intern bereits darauf verständigt haben, bei der nächsten Sanktionsrunde auch den iranischen Gas- und Ölsektor ins Visier zu nehmen. Die US-Regierung hatte einen Boykott von Benzin-Lieferungen angeregt. Wegen fehlender Raffinerie-Kapazitäten ist der ölreiche Iran hier zu 40 Prozent auf Importe angewiesen.

Allerdings berichtete die "Financial Times" am Mittwoch, dass seit Anfang September chinesische Firmen Iran mit Benzin beliefern. Europäische Diplomaten vermuten hinter der Veröffentlichung gezielt gestreute Informationen, um chinesische Konzerne wie Sinopec oder CNPC nun dazu zu bewegen, auf das Iran-Geschäft zu verzichten.

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