Uno
Vetomächte einig bei Annan-Nachfolge

Der Uno-Sicherheitsrat hat probeweise über den neuen Generalsekretär der Vereinten Nationen abgestimmt und damit offensichtlich eine Vorentscheidung getroffen: Nur einer der fünf Kandidaten erhielt die Stimmen sämtlicher Vetomächte. Obwohl es nur ein Test war, halten die Auguren am East River das Rennen für gelaufen.

HB NEW YORK. Der südkoreanische Außenminister Ban Ki Moon war der Glückliche, für den sich bei der Probeabstimmung am Montagabend US-Ostküstenzeit alle fünf Vetomächte USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich aussprachen. Ban erhielt im 15-köpfigen Sicherheitsrat 14 Ja-Stimmen, es gab eine Enthaltung. Jeder andere Kandidat erhielt mindestens eine Gegenstimme von einer Veto-Macht.

Die Amtszeit des amtierenden Uno-Generalsekretärs Kofi Annan endet am 31. Dezember. Der Uno-Sicherheitsrat schlägt einen Nachfolger vor, der in aller Regel anschließend von der Vollversammlung bestätigt wird. Nach ungeschriebenen Gepflogenheiten folgt dem aus Afrika stammenden Annan entsprechend dem Rotationsprinzip ein Diplomat aus Asien.

Der Botschafter Chinas bei der Uno, Wan Guangya, kommentierte den Ausgang des Votums mit den Worten, nun sei klar, dass Ban der Kandidat des Sicherheitsrats werde. Der amerikanische Uno-Botschafter John Bolton sagte, der Uno-Sicherheitsrat werde vermutlich am 9. Oktober formell über seinen Kandidaten für das höchste Amt der Vereinten Nationen abstimmen. Der 62 Jahre alte Ban wäre der achte Generalsekretär in der 60-jährigen Geschichte der Vereinten Nationen.

Bans indischer Konkurrent Sashi Tharoor zog nach der Probeabstimmung seine Kandidatur zurück und sagte über Ban: „Es ist klar, dass er unser nächster Generalsekretär wird“. Auf Tharoor, der bei den Vereinten Nationen für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, entfielen zehn Ja-und drei Nein-Stimmen. Dahinter folgte die lettische Präsidentin Vaira Vike-Freiberga mit fünf Stimmen.

Ban selbst sagte nach seinem Teilerfolg, sollte er gewählt werden, wolle er die Reform der Vereinten Nationen voranbringen. Trotz ihres Beitrags zum Weltfrieden, zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung sowie zur Verbesserung der Menschenrechte in den vergangenen 60 Jahren hätten die Vereinten Nationen „oft viel Kritik wegen ihrer Ineffektivität und des Mangels an Transparenz auf sich gezogen“, sagte Ban der koreanischen Nachrichtenagentur Yonhap. „Die Reform des Un-Sekretariats und die Zerstreuung des allgemeinen Misstrauens innerhalb der Un bleiben Aufgaben, die gelöst werden müssen.

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