Uno-Vollversammlung zum Syrien-Krieg
Teufel und Beelzebub

Es geht um Krieg und Frieden – in Syrien, der Ukraine und am Ende vielleicht gar zwischen dem Westen und Russland. Wenn Obama und Putin heute erstmals seit zwei Jahren aufeinander treffen, ist das mehr als ein Rededuell.

BerlinSchon vor dem Treffen des russischen Staatsoberhauptes Wladimir Putin mit US-Präsident Barack Obama überbieten sich Russlands Staats-TV-Kanäle mit Superlativen. Die Machtfrage wird offen gestellt: Wird der Westen durch das Treffen Putins mit Obama den seit der Ukraine-Krise ziemlich isolierten Kremlchef nicht nur wieder hoffähig machen, sondern sich auch noch seinem Syrien-Plan beugen? Und so verwendeten die vom Kreml gelenkten Medien Tage damit, immer wieder die amerikanische Aussage zu attackieren, die russische Seite habe um das Treffen der Spitzenleute nachgesucht.

Putin will eben seinem Volk demonstrieren, dass er nicht politisch in der Ecke steht, sondern sogar der große Zampano auf der Weltbühne ist. Und tatsächlich könnte ihm das sogar gelingen. Denn es mehren sich die Stimmen, dass es eine Lösung des Flüchtlingszustroms nach Deutschland und Europa nur geben wird, wenn der Syrien-Krieg beendet wird, und dies wiederum gehe nur, wenn der Westen und Russland kooperierten.

Moskau ist die Lebensversicherung für Syriens Diktator Baschar al-Assad. Ohne die zuletzt wieder sehr reichlich erfolgten russischen Waffenlieferungen, wäre Assads Armee inzwischen am Ende. Hatte der Diktator, der Fassbomben auf sein Volk werfen lässt – und zwar vor allem in Wohnvierteln von Zivilisten und kaum in von Islamisten gehaltenen Gegenden –, zu Beginn des blutigen Bürgerkrieges noch 300.000 Soldaten. So verfügt er momentan noch über gerade 70.000 wie Freischärler-Corps operierende Mann, wenn man Militärexperten Glauben schenkt.

Hinzu kommen demnach weitere 70.000 Kämpfer – allerdings aus Iran: Diese gut ausgebildeten und kampferprobten Einheiten von Teherans Revolutionsgarden und der Hisbollah halten Assad bisher überhaupt noch im Spiel – und die gerade erfolgten Lieferungen russischer Panzer der Typen T-90 und BTR-82A, von Raketensystemen Panzir-S1 sowie Kampfjets. Garniert von der Stationierung von etwa 1700 russischen Soldaten an Moskaus Militärbasis Tartus an Syriens Mittelmeerküste.

Ist Russland also Teil der Lösung der Syrien-Krise oder Teil des Problems? Der Westen, allen voran Obama, muss nun dringend mit Putin reden. Allein schon damit US-Kampfjets bei Bombardements von islamistischen IS-Kämpfern in Syrien nicht in direkten Kontakt mit russischen Kräften dort kommen. Daraus könnte dann ein großer Krieg werden. Das gilt es mit allen Mitteln zu verhindern.

Und natürlich klingt Putins Einladung verlockend, eine gemeinsame Koalition gegen die islamistischen Terroristen zu schmieden. Niemand hat ein Interesse, dass der IS sich in Syrien und dem Irak weiter festsetzt: Russland auch nicht mit seinen mehr als 20 Millionen Muslimen im Riesenreich, von denen einige mit dem IS kämpfen.

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Assad kann nicht im Amt bleiben

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