Unruhen
Afrika droht schwächeres Wachstum

Die Afrikanische Entwicklungsbank rechnet in diesem Jahr mit einem Plus von 3,7 Prozent nach 4,9 Prozent im Vorjahr. Besonders für Nordafrika ist der Ausblick nach den politischen Unruhen düster.
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LondonWegen politischer Unruhen und steigender Preise droht Afrika in diesem Jahr ein deutlich schwächeres Wirtschaftswachstum. Die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) sagt in ihrem am Montag in London veröffentlichten Jahresausblick ein Plus von 3,7 Prozent voraus. 2010 waren es noch 4,9 Prozent.

„Beträchtlicher Gegenwind lastet 2011 auf der Dynamik, besonders die politischen Ereignisse in Nordafrika sowie die hohen Benzin- und Lebensmittelpreise“, hieß es. 2012 soll das Bruttoinlandsprodukt mit 5,8 Prozent wieder kräftiger zulegen. Allerdings werde der Aufschwung von den Konflikten in Libyen und der Elfenbeinküste gefährdet.

Für Nordafrika rechnet die Entwicklungsbank 2011 nur noch mit einem Wachstum von 0,7 Prozent - 2010 waren es 4,6 Prozent. In Tunesien und Ägypten wurden die Präsidenten gestürzt, während in Libyen die Nato militärisch in den Konflikt zwischen Rebellen und Machthaber Muammar Gaddafi eingegriffen hat. Der Tourismus - eine der wichtigsten Einnahmequellen für viele nordafrikanische Staaten - hat sich bislang noch nicht wieder erholt.

Sorgen bereitet auch die Inflation. Die Teuerungsrate in Afrika wird der AfDB zufolge in diesem Jahr bei durchschnittlich 8,4 Prozent und 2012 bei 7,4 Prozent liegen. Die Bank warnte vor allem Ölexporteure wie Algerien, Angola und Nigeria davor, die durch steigende Rohstoffpreise erwarteten Mehreinnahmen mit vollen Händen auszugeben. Dies könne die Inflation zusätzlich anheizen.

Stattdessen sollen die Gelder in Staatsfonds fließen, damit auch künftige Generationen davon profitieren können. Für die deutsche Wirtschaft spielt der Kontinent kaum eine Rolle. Die Exporte nach Afrika stiegen im ersten Quartal lediglich um 7,7 Prozent auf fünf Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die Ausfuhren in die Türkei legten um 56,3 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro zu.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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