Unruhen am Golf: Bahrains König erstickt Proteste mit Gewalt

Unruhen am Golf
Bahrains König erstickt Proteste mit Gewalt

Gewalt soll die Opposition im Zaum halten. In Bahrain entscheidet sich, ob die Golfmonarchien in ihrer jetzigen Form eine Zukunft haben. Nicht nur die Herrscher der arabischen Nachbarstaaten sind tief besorgt.
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ManamaBahrains Sicherheitskräfte räumten am Mittwoch mit Tränengas und gepanzerten Fahrzeugen den Perlenplatz in der Hauptstadt Manama, dem Zentrum der Demonstrationen. Nach offiziellen Angaben starben zwei Polizisten auf dem Lulu-Platz. Sie sollen von Demonstranten überfahren worden sein. Die Opposition sprach von "einem Vernichtungskrieg" und mindestens fünf Todesopfern unter den Demonstranten. Regierungsgegner riefen zu einer Kundgebung am Nachmittag auf, was das Militär mit einer Ausgangssperre beantwortete. Das harte Vorgehen gegen die zumeist schiitischen Demonstranten rief scharfe Proteste der iranischen Regierung und Glaubensgenossen im Irak hervor.

Die Räumung dauerte etwa zwei Stunden. Hubschrauber kreisen über den Perlenplatz, wo die Polizei Tränengas gegen Demonstranten einsetzte. Diese warfen Brandsätze und legten Feuer in den Zelten, wo sie die vergangenen Tage ausgeharrt hatten. Aus dem Schiiten-Viertel Sanabis stieg Rauch auf. Der Zugang zu einem weiteren Viertel wurde wie viele Straßen von schwer bewaffneten schwarz maskierten Soldaten abgeriegelt. An Kreuzungen standen Panzer. Die am Montag eingerückten Soldaten aus Saudi-Arabien und anderen Staaten des Golf-Kooperationsrates schienen nicht an dem Einsatz beteiligt zu sein.

Die anhaltenden Unruhen in Bahrain haben die Währung des Golf-Staates am Mittwoch unter Druck gesetzt. Die einjährigen Forward Swaps auf den Dinar kletterten auf bis zu 200 Punkte, den höchsten Stand seit dem Jahr 2000. Damit signalisierten sie eine 0,9-prozentige Abwertung der bahrainischen Valuta zum Dollar in den kommenden zwölf Monaten. Die US-Währung kostete am Mittwoch mit bis zu 0,3772 Dinar so viel wie seit knapp zwei Jahren nicht mehr. Das Geschäft sei allerdings fast zum Erliegen gekommen, betonte Devisenhändler Mazen Barbir von der Standard Chartered Bank in Dubai. Die Aktivitäten beschränkten sich weitgehend auf den Spot-Markt. "Die Dollar-Nachfrage wird anhalten, da Anleger ihre Investments auflösen wollen", fügte er hinzu.

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