Unruhen
China gibt Schüsse auf Tibeter zu

China hat erstmals zugegeben, dass die Polizei auf Tibeter geschossen hat. Nicht nur solche Nachrichten bewogen die US-Parlamentspräsidentin Nancy Pelosi dazu, die „Unterdrückung“ der Tibeter durch China zu beklagen. Das tat auch der Dalai Lama, doch mit ihm wollen die Chinesen keinesfalls sprechen. Aus Sicht von Regierungschef Wen Jiabao ist das religiöse Oberhaupt der Tibeter nur ein schamloser Lügner.

HB DHARAMSALA/PEKING. Im Verlauf der blutigen Unruhen in von Tibetern bewohnten Gebieten hätten Polizisten am vergangenen Sonntag im Bezirk Aba der Provinz Sichuan aus „Notwehr“ das Feuer eröffnet. Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf Polizeiquellen. Nachdem die Nachrichtenagentur zunächst von vier Toten gesprochen hatte, korrigierte sie die Angabe später auf vier Verletzte durch die Polizeischüsse.

Die Berichte stehen im Widerspruch zu den Äußerungen eines Sprechers des Pekinger Außenministeriums vom Donnerstag, wonach die Sicherheitskräfte auch in den betreffenden Regionen keine tödlichen Waffen „mitgebracht oder eingesetzt“ hätten. China hatte den Einsatz von Schusswaffen in Tibet mehrmals bestritten. Eine örtliche Quelle hatte der Deutschen Presse-Agentur dpa in Peking bestätigt, dass bei Protesten in Aba seit Freitag 18 Menschen von chinesischen Sicherheitskräften erschossen wurden.

Bevor die Schüsse gefallen seien, hätten die Demonstranten Polizisten mit Messern angegriffen und versucht, ihnen die Waffen zu entreißen, hieß es in dem Bericht weiter. Eine Polizeistation sei bei den Unruhen niedergebrannt und Polizeiautos zerstört worden. Die Polizei habe zunächst Warnschüsse abgegeben, sei danach aber weiter „attackiert“ worden, hieß es. „Die Polizei war aus Notwehr gezwungen, das Feuer zu eröffnen“, sagte die Polizeiquelle. Die Verletzten seien daraufhin geflüchtet.

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