Unruhen dauern an
Polizei befürchtet Randale auf Champs-Élysées

Das Ausmaß der nächtlichen Zerstörungen in Frankreich stabilisiert sich seit den am Mittwoch verhängten Notstandsmaßnahmen auf niedrigerem Niveau.

HB PARIS. Gut zwei Wochen nach Beginn der Unruhen wurden bis um 4 Uhr früh in der 15. Unruhenacht 395 Autos in Brand gesetzt, 168 Personen wurden festgenommen. Die Zahlen entsprachen fast exakt denen der vorangegangenen Nacht zur selben Stunde. Insgesamt sieben Polizisten wurden verletzt, vier von ihnen durch Steinewerfer in Lyon. In fünf Départements galten in der Nacht für mehrere Orte erneut Ausgangssperren.

Mit Sorge sieht die Polizei das lange Feiertagswochenende in Frankreich. Am (heutigen) 11. November wird des Sieges im Ersten Weltkrieg gedacht. Mehr als 2200 Beamte sollen die Zeremonie auf den Champs-Élysées sichern, an der auch Präsident Jacques Chirac teilnimmt. Ein mysteriöser Aufruf zur Randale auf der Pariser Prachtavenue, der über Internet und SMS verbreitet wurde, erhöhte die Wachsamkeit von Polizei und Justiz. Bereits am Donnerstag war in mehreren Départements der Verkauf von Benzin und Gasflaschen an Minderjährige verboten worden.

Innenminister Nicolas Sarkozy verteidigte unterdessen seine umstrittene Äußerung über die Unruhestifter. „Das sind Rowdys, Gesindel, das bekräftige und unterschreibe ich“, sagte der Minister am Donnerstagabend in einem Interview des Fernsehsenders France-2. „Glauben Sie, es ist lustig mit der Angst im Bauch nach Hause zu gehen?“, meinte Sarkozy mit Blick auf die friedlichen Bewohner der Problemviertel.

Der Innenminister äußerte sich auch zur Suspendierung von acht Polizisten, von denen zwei einen Festgenommenen in einem Pariser Vorort vor einer laufenden Fernsehkamera geschlagen hatten. „Ich habe entschieden, die Polizeibeamten zu maßregeln. Ich werde keinen Übergriff der Ordnungskräfte dulden“, betonte Sarkozy.

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