Unruhen im Irak
Bomben-Terror von Bagdad international verurteilt

Kaum haben die letzten US-Truppen das Land verlassen, liefern sich Vertreter der Schiiten und Sunniten einen offenen Machtkampf. Dieses Machtvakuum nutzen Terroristen für blutige Anschläge. Die Welt reagiert entsetzt.
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BagdadEinen Tag nach der Serie von Anschlägen mit mehr als 70 Toten im Irak ist eine wegen der innenpolitischen Krise des Landes für Freitag einberufene Dringlichkeitssitzung führender Politiker abgesagt worden. Das von Parlamentspräsident Osama el Nudschaifi angesetzte Treffen komme nicht zustande, weil die Vertreter der den Sunniten nahestehenden Partei Irakia nicht teilnehmen wollten, sagte ein Abgeordneter. Die Partei boykottiert seit Montag Sitzungen des Kabinetts und des Parlaments.

Die Anschlagsserie ist international scharf verurteilt worden. Die Vereinten Nationen forderten ein sofortiges Ende der Gewalt. Die US-Regierung sprach von heimtückischen Attacken, die den Fortschritt in dem Land aber nicht aufhalten könnten.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) rief die irakischen Politiker aller Glaubensrichtungen zu Ausgleich und Dialog auf. Auch in Teheran wurde der Terror im Nachbarland verurteilt.

Die schwerste Anschlagsserie im Irak seit August folgte nur wenige Tage auf den Abzug der letzten US-Truppen aus dem Land. Die politischen Vertreter der Schiiten und Sunniten, die sich seither einen offenen Machtkampf liefern, schoben sich gegenseitig die Verantwortung für das Blutbad zu.

Die Bomben waren am Donnerstag in Stadtvierteln explodiert, in denen sowohl Schiiten und Sunniten als auch Christen leben. Etwa 180 Menschen wurden verletzt. Die Polizei meldete, die Sicherheitskräfte hätten fünf weitere Autobomben rechtzeitig entdeckt und entschärft.

Die Sprengsätze, die zum Teil von Selbstmordattentätern gezündet wurden, detonierten in den Stadtvierteln Karrada, Al-Wasirija, Al-Bajaa, Abu Daschir, Al-Harithija, Al-Schaab und Al-Alwija. Die folgenreichste Explosion ereignete sich im Innenstadt-Viertel Karrada, 15 Menschen starben. Erst explodierte dort eine Autobombe, dann zündete ein Selbstmordattentäter einen Sprengstoffgürtel.

Der deutsche UN-Gesandte und Chef der UN-Mission im Irak (Unami), Martin Kobler, nannte die Tat ein „abscheuliches Verbrechen“. „Kein irakischer Bürger und ganz bestimmt kein unschuldiges Kind sollten das erleiden, was ihnen aufgebürdet wird“, erklärte er. Es sei die Aufgabe aller politischen Führer im Irak, jetzt rasch, verantwortlich und gemeinsam ihre Verantwortung zu schultern und diese andauernde Gewalt zu beenden.“

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  • Frieden schaffen - das geht nicht mit Waffen! Demokratie erst recht nicht. Vor allem, wenn sie in den Ursprungsländern der Angriffsarmee höchstens noch formal existiert.
    Da es immer wieder propagiert und getan wird, muss es also andere Ziele geben.

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