Unruhen in Ägypten
Aufständische töten 25 Polizisten

Mit Panzerfäusten haben Unbekannte am Montag zwei Fahrzeuge angegriffen und 25 Polizisten getötet. Zuvor waren 35 gefangene Islamisten bei einem Fluchtversuch ums Leben gekommen.
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KairoIn Ägypten geht das Blutvergießen weiter. Extremisten haben am Montag in der ägyptischen Stadt Rafah 25 Polizisten getötet. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden zwei Fahrzeuge der Ordnungspolizei am Morgen von Unbekannten mit Panzerfäusten aus einem Hinterhalt angegriffen, als sie sich von Rafah aus in Richtung Westen in Bewegung setzten. Zudem seien zwei Polizisten verletzt worden.

Rafah liegt auf der Sinai-Halbinsel an der Grenze zum palästinensischen Gazastreifen. Im vergangenen August waren bei einem Anschlag in der Nähe von Rafah 16 Soldaten getötet worden. Die Region gilt als Hochburg militanter Salafisten. Außerdem kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den Sicherheitskräften und den Betreibern der Schmugglertunnel, durch die Waffen und Waren des täglichen Bedarfs in den Gazastreifen gelangen.

Zuvor waren bei einem Fluchtversuch von Islamisten aus einem Gefangenentransport mindestens 35 Mitglieder der Muslimbruderschaft getötet worden. Die Männer seien an von der Polizei eingesetzten Tränengas erstickt, teilte das Innenministerium in der Nacht zum Montag mit. Damit stieg die Zahl der Todesopfer der Auseinandersetzungen der vergangenen Tage auf fast 800. Die EU-Staaten wollen am Montag nach einer gemeinsamen Linie angesichts der Gewalt suchen.

Mit dem Transport sollten nach Angaben des Innenministeriums mehr als 600 Muslimbrüder und Anhänger der Islamisten von Kairo aus in ein Gefängnis am Rande der ägyptischen Hauptstadt gebracht werden. Einige der Gefangenen hätten einen Polizisten überwältigt und ausbrechen wollen.

„36 von ihnen sind erstickt, nachdem die Polizei Tränengas einsetzte, um den Ausbruch zu verhindern", erklärte das Ministerium. Laut der Nachrichtenagentur Mena wurde der Transport von „unbekannten Bewaffneten" angegriffen, die den Gefangenen zu Hilfe kommen wollten.

Nach Angaben der Muslimbruderschaft wurden bei dem Vorfall 35 ihrer Mitglieder getötet. Die Islamisten hatten die Zahl der Opfer zunächst mit 52 angegeben, später korrigierten sie diese Angaben. „Die Ermordung von 35 festgenommenen Teilnehmern an Demonstrationen gegen den Sturz von Präsident Mohammed Mursi zeigt die zielgerichtete Gewalt der Sicherheitskräfte", erklärten die Muslimbrüder. Die Anhänger von Mursi, der selbst der Muslimbruderschaft entstammt, seien „das Ziel kaltblütigen Tötens".

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Die Botschafter der EU-Staaten beraten über Vorgehen

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  • Wenn man hier was Richtiges schreibt, ohne Beleidigung ist es nicht sachlich, weil die Wahrheit nicht erwünscht ist. Alle
    die nach dem Krieg mit dem dümmlichen Spruch:Wehret den Anfängen den Bürger um die Ohren geschlagen haben und sie
    dafür verantwortlich gemacht haben, sich im dritten Reich nicht gewehrt zu haben, die sollten mal in Foren gegen die Festgeschriebene
    Meinung ihrer Gutmenschen schreiben. Zwar wird noch niemand abgeholt, aber niemand weis ob nicht eines Tages die Daten den Behörden vorliegen. Unter Anonym kann ich das manchmal verstehen Kommetare zu löschen, aber ich stehe mit meinenm Namen dazu und bin jederzeit bereit mich gegen das herrschende Gutmenschentum die in Wirklichkeit verkappte kleine Diktatoren sind zu wehren.

    Demokratie geht anders. Ein Glück das die Mehrheit das schon durchschaut hat.

  • netshadow
    Wenn Europa tatsächlich mal klug wäre, würde man den Leuten dort die Lebensmittel schicken, die Deutsche täglich wegwerfen.
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    Was soll denn daran klug sein.
    Gestern tönte es aus Ägypten heraus,das man auf
    die Fördergelder pfeift.Wäre eh zuwenig.
    Und warum schmeißt in der EU nur Deutschland
    zuviel Lebensmittel weg.
    Ich weiß,das sich um die Mülltonnen hier,schon
    geprügelt wurde..Es sind Deutsche,Rentnerinnen die Flaschen sammeln oder sich einer Lebensmittelvergiftung
    aussetzen,bei dem abgelaufenem Müll.
    Hunderte solcher Mülltafeln,schiessen hier wie
    Pilze aus dem Boden.
    Und wieso,produziert ein Volk,mehr Mäuler,als es
    nähren kann..Ägypten ist auch zur Selbsthilfe
    verpflichtet..Wie wir auch.
    Wir sollten nirgendwo was hinschicken müssen und
    schon garnicht alleine in dieser EU.
    Was für ein Vorwurf..!

  • Wer bereit ist für eine Religion seine eigenen Landsleute umzubringen, ist kein Demokrat, sondern ein Extremist. Ein Solcher hat auch gar kein Interesse am Staat, sondern an der Durchsetzung des eigenen Duktus.
    Verarmung ist und war immer schon ein gutes Mittel die Menschen in Ideologien zu treiben.
    Wenn Europa tatsächlich mal klug wäre, würde man den Leuten dort die Lebensmittel schicken, die Deutsche täglich wegwerfen.
    Waffenembargo, so ein Schwachsinn, meine Güte wie wichtig muss dieser Export sein, wenn man damit meint Extremisten den Wind aus den Segeln nehmen zu können.
    Hat bis jetzt nirgends geklappt, aber auch wirklich nirgends.

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