Unruhen in Afghanistan: Bundeswehr gibt Vorposten auf

Unruhen in Afghanistan
Bundeswehr gibt Vorposten auf

Nach der Koran-Verbrennung durch US-Soldaten gibt es in Afghanistan weitere Proteste gegen westliche Staaten . Die Bundeswehr räumte zur Sicherheit einen Vorposten, der mitten in einer Stadt liegt.
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KabulIn Afghanistan sind nach dem Freitagsgebet erneut zahlreiche Demonstranten gegen die Verbrennung von Koran-Ausgaben auf einem US-Stützpunkt auf die Straße gegangen. In der Hauptstadt Kabul gebe es an fünf Orten Demonstrationen, sagte ein Polizeisprecher. Die Menge skandierte „Tod für Amerika“. Auch in der östlichen Stadt Dschalalabad kamen am Freitag etwa 700 Menschen zu einer Demonstration zusammen. Ein weiterer Protestmarsch bildete sich in der Unruheprovinz Ghasni im Südosten Afghanistans. Bislang verliefen die Proteste friedlich. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten zudem von Protesten in mindestens fünf Provinzen des Landes, darunter auch in Kundus und Baghlan, wo die Bundeswehr das Kommando über die NATO-geführte Afghanistantruppe ISAF hat.

Die Bundeswehr hat ein kleineres Lager in der nordafghanischen Stadt Talokan vorzeitig geräumt. Es hätte in den kommenden Wochen ohnehin aufgegeben werden sollen. Der Kommandeur der Nordregion, General Markus Kneip, habe die rund 50 Soldaten aus Sicherheitsgründen vorübergehend in das große Bundeswehr-Camp in Kundus zurückbeordert, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Freitag in Berlin. Wegen der Koran-Verbrennungen auf einem US-Stützpunkt hätten am Donnerstag rund 300 Afghanen vor dem Lager in Talokan protestiert und den Komplex mit Steinen beworfen. Derzeit herrsche in der Stadt gespannte Ruhe. Am Rande der Freitagsgebete kommt es in bei Konflikten in islamischen Ländern häufig verstärkt zu Gewaltausbrüchen.

Die deutschen Soldaten in Talokan hatten die Sicherheitsverantwortung bereits Mitte Februar an die Afghanen übergeben und keinen militärischen Auftrag mehr. Sie waren mit der Abwicklung des Lagers beschäftigt, das sie bis Ende März aufgeben werden. Wann die Bundeswehr-Soldaten für diese Aufgabe nach Talokan zurückkehren werden, hängt nach Angaben des Sprechers von der Entwicklung der Sicherheitslage ab. Die deutschen Truppen hätten ihre Waffen und Fahrzeuge nach Kundus mitgenommen, das Lager in Talokan werde nun von afghanischen Sicherheitskräften geschützt.
Die Bundeswehr hatte in der 200.000-Einwohner-Stadt Talokan seit 2008 eine kleine Außenstelle des großen Camps im rund 70 Kilometer entfernten Kundus betrieben. Das Lager liegt mitten in der Stadt, ist relativ klein und damit entsprechend angreifbar. Bereits vor knapp einem Jahr hatte eine 3000 Mann starke Menschenmenge aus Wut über nächtliche Razzien der US-Truppen das deutsche Camp attackiert. Dabei wurden drei deutsche Soldaten und fünf afghanische Wachleute verwundet. In Talokan wurde vergangenes Jahr auch der deutsche General Kneip bei einem Anschlag verletzt, zwei weitere deutsche Soldaten und die Polizeichefs der Provinz Tachar und der Nordregion wurden dabei getötet.

Die aktuellen Proteste waren ausgelöst worden, nachdem afghanische Arbeiter am Dienstag auf der Müllhalde des amerikanischen Stützpunkts Bagram bei Kabul verkohlte Koran-Exemplare gefunden hatten. Der Koran gilt den Muslimen als direktes Wort Gottes und die Verbrennung des Buches als Gotteslästerung. Bei Protesten wurden mindestens elf Menschen getötet, darunter zwei US-Soldaten.
Auch in mehreren anderen Orten im Norden, für den die Bundeswehr die militärische Verantwortung trägt, kam es nach Angaben des Verteidigungsministeriums zu
Demonstrationen, unter anderem in Baghlan in der Nähe des deutschen Außenpostens OP North und in Feisabad, wo die Bundeswehr ebenfalls ein Feldlager betreibt. In Baghlan sei bei Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und afghanischen Sicherheitskräften unbestätigten Angaben zufolge ein Zivilist getötet worden, erklärte das Bundesverteidigungsministerium. Auch eine Demonstration vor dem norwegischen Lager in Maimaneh sei in Gewalt umgeschlagen, Isaf-Soldaten hätten Warnschüsse abgegeben. Ein Isaf-Soldat sei verletzt worden. In der Großstadt Masar-i-Scharif und in Kundus sei es dagegen ruhig geblieben.

US-Präsident Barack Obama entschuldigte sich nach Angaben der afghanischen Regierung in einem offiziellen Schreiben für die Verbrennung von Koran-Exemplaren. Die Taliban schworen am Donnerstag Rache und riefen Angehörige der afghanischen Sicherheitskräfte zur Fahnenflucht auf.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Jetzt muss die Bundeswehr, die wegen der Buddha - Statuen - Sprengung gegen die Taliban kämpft,

    auch gegen die AMIs antreten, weil die den Koran verbrennen.

  • Es gilt noch immer auf der ganzen Welt das Motto:
    Bumsen und Besoffensein ist des kleinen Mannes Sonnenschein.
    So langsam sollte man sich daran gewöhnen, dass dies bei Moslems schwierig ist, daher der aufgestaute Frust darüber sich gerne in inszenierten und politisch-religiös gelenkten Aufständen ablädt.
    Man ist halt über eine gewisse Entwicklungsreife nicht hinweg - man zerstört noch immer gerne, als dass man etwas aufbaut. Aber das ist Religionsimmanent!
    Dumm nur, dass sich unsere Volksvertreter noch immer einem "friedlichen" Anbiedern das Wort reden und das die Miliarden nach Afghanistan gepumpt, dort nur den Taliban geholfen haben.
    Eines darf man aber sicher sein - Afghanistan hat die Taliban verdient!

  • Nur damit wirklich alle wissen worüber wir reden :

    1. Moslems dürfen den Koran nicht anzweifeln (Koran 2:1)
    2. Es ist erlaubt Andersgläubige als Sexsklaven zu haben (Koran 4:23-25)
    3. Andersgläubige werden grundsätzlich für geschworene Feinde des Islam gehalten. (4:101)
    4. Moslems dürfen keine Andersgläubige für Freunde haben (Koran 5:51)
    5. Es ist die heilige Aufgabe der Moslems, Andersgläubige zu töten. (Koran 9:5)
    6. Der einzige sichere, GARANTIERTE Weg, in den Himmel zu kommen, ist für ein Moslem, Andersgläubige zu töten. (Koran 9:111)
    7. Moslems müssen Andersgläubige TERRORISIEREN. (Koran 8:12)
    8. Moslems müssen Andersgläubige belügen um den Islam zu helfen und sie dürfen sich Andersgläubigen nicht anvertrauen. (Koran 3:28, 16:106)
    9. Andersgläubige müssen sich für eine dieser Möglichkeiten entscheiden: 1. sterben, 2. konvertieren, 3. Dhimmisteuer zahlen, damit sie am Leben gelassen werden (Koran 9:29).
    10. Andersgläubige sind böse Menschen, die keine Gnade verdienen. (Koran 98:6)
    11. Prügelstrafe für Frauen ist gerechtfertigt. (Koran 4:34)
    12. Die Kinderehe ist gerechtfertigt. (Koran 65:4)
    13. Vergewaltigung ist gerechtfertigt, wenn es weniger als 4 männliche Zeugen gibt (Koran 24:13)
    14. Raub und Diebstahl gegen Andersgläubige ist eine gute Tat.
    15. Mohammed heiratete 51-jährig die 6-jährige Aisha.
    16. Mohammed vollzog mit ihr die Ehe, als er 54 war, und sie 9.
    17. Nur Mohammed darf so viele Frauen heiraten, wie er will. Die anderen dürfen 4 Ehefrauen haben. (Koran 33:50).

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