Unruhen in Bahrein: Politische Gefangene bei Protesten

Unruhen in Bahrein
Politische Gefangene bei Protesten

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ManamaUnklarheiten über die Freilassung Gefangener beschäftigen Demonstranten in Bahrain.

Tausende Regierungsgegner haben sich in der bahrainschen Hauptstadt Manama einem Protestzug zum zentralen Perlenplatz angeschlossen. An der Demonstration beteiligten sich auch politische Gefangene, die auf Anordnung von König Hamad al Chalifa am Mittwoch freigelassen worden waren.

Die Behörden teilten mit, dass 308 politische Gefangene aus der Haft entlassen worden seien. Unter den Freigelassenen sind 25 schiitische Aktivisten, die seit dem vergangenen Jahr wegen Verschwörung gegen den Staat vor Gericht stehen.

Indes äußerte Nabeel Radschab, Präsident des bahrainischen Zentrums für Menschenrechte, den Verdacht, dass es sich bei den Freigelassenen überwiegend um Kriminelle gehandelt habe. Nur etwa 100 von ihnen seien politische Häftlinge gewesen, während 300 weitere Personen noch immer in Polizeigewahrsam seien, sagte Rajab.

Die von König Hamad al Chalifa angeordnete Freilassung der politischen Gefangenen war eine der zentralen Forderungen der Demonstranten, die seit Tagen gegen das Königshaus protestieren und Reformen fordern. Zu den weiteren Forderungen der Opposition zählt die Abschaffung des alleinigen Rechts des Monarchen, die Politik zu bestimmen und politische Ämter zu besetzen.

Außerdem fordern die Schiiten eine Verbesserung ihrer Lage. Sie machen rund 70 Prozent der Bevölkerung aus, fühlen sich aber von der regierenden sunnitischen Minderheit diskriminiert.

Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften waren in den vergangenen Tagen mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Unterdessen berichteten staatliche Medien, dass Hamad al Chalifa in Riad zu Gesprächen über die Unruhen mit dem saudiarabischen König Abdullah zusammengekommen sei.

dapd

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