Gegen einen Boykott der Olympischen Spiele wandte sich der chinesische Bürgerrechtler und Autor Liu Xiaobo. „Wenn die Spiele misslängen, bekäme das den Menschenrechten nicht gut“, sagte er dem Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Peking hätte dann gar keinen Anreiz mehr, auf die Mahnungen aus dem Ausland zu reagieren. Ohne Druck von außen „wäre die Lage der Menschenrechte noch viel schlechter“.
Trotz „dramatischer Menschenrechtsverletzungen“ in China hält auch die Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung einen Boykott der Olympischen Spiele in Peking nicht für sinnvoll. „Was wir brauchen ist vielmehr ein intensiverer Dialog mit der chinesischen Führung“, sagte Stiftungsvorstand Barbara Unmüßig der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die meisten Chinesen wüssten überhaupt nicht, was sich in Tibet abspiele. „Die chinesische Bevölkerung freut sich seit Jahren auf die Olympischen Spiele. Ein Boykott würde vermutlich nichts anderes bewirken, als Hassgefühle gegen Tibet zu befördern.“
Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast verlangte von den Olympia-Sponsoren Volkswagen und adidas, in China auf die Einhaltung der Menschenrechte zu dringen. Der „Welt am Sonntag“ sagte sie, die Konzerne müssten darauf bestehen, „dass sie Meinungsfreiheit und Bewegungsfreiheit erwarten“.

