Unruhen in der islamischen Welt
Hisbollah ruft zu Protesten gegen Schmähvideo auf

Die Unruhen haben Afghanistan erreicht: In Kabul wird gegen den islamfeindlichen Schmähfilm protestiert. Auch die Hisbollah ruft zu Demonstrationen auf. In Deutschland ist ein Streit über ein Verbot des Films entbrannt.
  • 29

Beirut/IstanbulMehr als tausend Menschen haben heute in Kabul gegen den in den USA produzierten islamfeindlichen Film protestiert. Einige Demonstranten zündeten Autos an und riefen "Tod für Amerika", wie der Polizeichef der afghanischen Hauptstadt, Mohammed Ajub Salangi, sagte. Zudem eröffneten demnach aus der Menge heraus einige Menschen das Feuer auf Polizisten, diese schossen aber nicht zurück. "Und das werden wir auch nicht", sagte Salangi.

Die Proteste fanden den Angaben zufolge im Osten Kabuls auf der Straße von Dschalalabad statt. Dort befinden sich NATO- und US-Basen. Einem AFP-Fotografen zufolge lagen Steine auf vielen Straßen, zudem schlossen Ladenbesitzer in der Gegend eilig ihre Geschäfte. Berichte über Verletzte lagen bislang nicht vor.

Unterdessen rief der Chef der schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon, Hassan Nasrallah, zu einer Woche des Protests gegen den Film "Die Unschuld der Muslime" auf, in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird. "Die ganze Welt muss die Wut in euren Gesichtern, euren Fäusten und euren Schreien sehen", sagte er am Sonntagabend in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. Die ganze Welt müsse begreifen, dass Mohammed Anhänger habe, die zu dem Film nicht schweigen würden.

Den Film, der in zahlreichen muslimischen Ländern in den vergangenen Tagen zu gewalttätigen Protesten geführt hatte, bezeichnete Nasrallah als "den schlimmsten jemals gestarteten Angriff auf den Islam". Der Film sei noch verheerender als die Verbrennung des Koran in Afghanistan und die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in Europa.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im Streit um das islamfeindliche Video alle Seiten zu Mäßigung gemahnt. „Gewalt ist kein Mittel der Auseinandersetzung“, sagte Merkel am Montag in Berlin. „Wir treten ein für ein friedliches Zusammenleben der Religionen.“ Dies gelte für Deutschland, aber auch weltweit. Zugleich machte Merkel deutlich, dass der Schutz der deutschen Botschaften „unabdingbar“ sei

Kommentare zu " Unruhen in der islamischen Welt: Hisbollah ruft zu Protesten gegen Schmähvideo auf"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Rene
    und von Hartz IV auf unser aller Kosten leben
    Das ist Deutschland

  • Wenn Deutschland nicht aufpasst, erlebt es das, was Frankreich/Paris schon mal im "kleinen" Maßstab erlebt (hat). Schon jetzt gibt es Gegenden, wo der deutsche Staats- und Ordnungsapparat nur noch Zuschauer ist. Jahrezehntelang verfehlte Einwanderungspolitik und mangelhafte Integration (auf beiden Seiten) - da hilft dann nur noch, den Herrn um seinen Beistand zu bitten. Denn Minderheiten bleiben nicht immer Minderheiten -siehe unsere eigene Geschichte.

  • Es wird Zeit dass überall mit dem gleichen Maß gemessen wird. Der Islam diffamiert, hindert "Ungläubige" an der Ausübung ihrer Religion, brennt Kirchen nieder (so sie überhaupt gebaut werden dürfen) und schreckt auch nicht von Mord zurück. Der Irak z.B. wurde nach dem Sturz von Saddam Hussein weitestgehend von Christen "befreit".

    Es kann nicht sein dass Innen- und Außenminister vor dem (gesteuerten) Mob kuschen. Wer hierzulande zu Gewalt aufruft oder sie anwendet gehört ungeachtet seiner Ideologie bestraft und auch ggfs. ausgewiesen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%