Unruhen in der Ostukraine
Kiew macht Moskau für Krawalle verantwortlich

Im Osten der Ukraine gab es am Wochenende in mehreren Städten massive Ausschreitungen. Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk gibt Russland die Schuld dafür. Moskau wolle „die Lage zu destabilisieren“.
  • 6

KiewDer ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk hat Russland für Unruhen im Osten des Landes verantwortlich gemacht. Damit wolle Moskau einen Vorwand dafür schaffen, Soldaten über die Grenze zu entsenden, sagte Jazenjuk am Montag bei einer Krisensitzung des Kabinetts. Nach seinen Angaben steckt das Nachbarland hinter der Einnahme von mehreren Regierungsgebäuden in östlichen Regionen, in denen es zunehmend sezessionistische Tendenzen gibt.

Jazenjuk sprach von einem Plan, „die Lage zu destabilisieren“ und ausländische Truppen in die Ukraine zu schicken „und das Territorium des Landes einzunehmen“. Dies werde man nicht zulassen. Der Regierungschef sagte, russische Soldaten seien weniger als 30 Kilometer von der Landesgrenze entfernt stationiert.

Zuvor hatte das Innenministerium mitgeteilt, dass Bewaffnete ein Gebäude des Geheimdiensts in der Stadt Luhansk, rund 25 Kilometer westlich der Grenze zu Russland eingenommen hätten. Die Polizei wurde in Alarmbereitschaft versetzt und blockierte sämtliche Eingänge zur Stadt.

Eine Gruppe prorussischer Aktivisten hatte am Sonntag das Geheimdienstgebäude gestürmt. Örtliche Medien berichteten, Demonstranten hätten die Einrichtung mit Eiern, Steinen, einer Rauchgranate und einer Brandbombe beworfen. Nach Polizeiangaben wurden bei dem Angriff neun Menschen verletzt.

Luhansk war nach dem Sturz des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch im Februar häufiger Schauplatz von Protesten. Rund die Hälfte der Bewohner im Osten der Ukraine sind ethnische Russen, von denen viele die Ansicht vertreten, dass die Behörden in Kiew ukrainische Nationalisten seien, die Russen unterdrücken würden. Die Übergangsregierung bestreitet, die Rechte dieser Bevölkerungsgruppe zu verletzen.

Seit die Halbinsel Krim im März bei einem Referendum für den Anschluss an Russland stimmte und anschließend in die Russische Föderation eingegliedert wurde, sind im Osten der Ukraine Forderungen nach einer ähnlichen Abstimmung laut geworden.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Unruhen in der Ostukraine: Kiew macht Moskau für Krawalle verantwortlich"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • ...na und. Soll sie doch zerstückeln - wen interessiert das schon, noch das Wohl und Weh der Ukrainer.

    Sollen sie zusehen wie sie klarkommen, und wenn niht Pech. Oder meinen Sie einer ist m Westen bereit sich für die Ukraine in den Kopf schießen zu lassen ?

    Niemand sage ich Ihnen, - niemand ! Andee Länder - andere Sitten, wn kratzt´s.

  • Auch Hitler war mal ein kleiner verwirrter Hosenscheißer, der beim Juden Kreisler in Wien Werbeplakate bemalte. Daß er später zum Demagogen und Staatsterroristen werden konnte, der die Welt in den Abgrund stürzte, lag auch daran, daß man ihn gewähren ließ. Heute ist Putin kein Hitler, obwohl er auch kein unschuldig verwirrter Hosenscheißer mehr ist. Putin beherrscht ein Riesenreich und bedroht neben der Ukraine rundherum alle Staaten mit russischsprachigem Bevölkerungsanteil nach der Methode Sudeten heim ins Reich. Ob er zum Hitler wird, oder aber Rußland zu einem Land mit Wohlstand und Rechtsfrieden im Innern und Achtung des Völkerrechts im Äußeren macht, liegt ganz wesentlich auch daran, wie wir im Westen ihm freie Hand lassen. Für mich steht Putin am Scheideweg mit klarer Tendenz zum Machtmißbrauch. Also setzten wir die Geschichte von 1938 nicht mit dem Heute gleich, lauschen aber auf die Botschaft, die die Erfahrungen der Geschichte für uns bereithalten.

  • Wenn Nato und EU militärische Optionen ausschließen, tolerieren sie die Zerstückelung der Ukraine: Schröder versteht, Steinmeier dialogisiert, und die deutsche Regierung kündigt Wirtschafts-Sanktionen an. Finanz-Konten-Sperren halten die post-sowjetischen Panzer nicht auf, dafür benötigt man Panzersperren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%