Unruhen in Israel
Städte verbannen Araber aus Schulen

Eine Serie von Schuss- und Messerangriffen hat Israel erschüttert. 48 Menschen kamen seitdem ums Leben. Nun will US-Außenminister John Kerry in dem Konflikt mit den Palästinensern vermitteln.

ParisNach den Messerattacken auf Israelis haben mindestens vier israelische Städte am Sonntag die Beschäftigung von Arabern in Schulen verboten. Bei den jüngsten Übergriffen und gewaltsamen Zusammenstößen wurden 41 Palästinenser und sieben Israelis getötet. Die Messerangriffe geschahen meist willkürlich und völlig überraschend. Israelische Eltern forderten daher aus Angst um ihre Kinder, dass arabische Israelis nicht mehr an Schulen beschäftigt werden sollten. Angehörige dieser Minderheit, die etwa 20 Prozent der israelischen Bevölkerung ausmachen, arbeiten oft als Hausmeister und Reinigungskräfte. Die größte Partei der arabischen Israelis kritisierte das Arbeitsverbot, das unter anderem in Tel Aviv gilt, als Diskriminierung und Rassismus.

Am Sonntag beschloss die Regierung zudem weitere Sicherheitsmaßnahmen. Unter anderem erhielt die Polizei mehr Rechte, Personen ohne konkrete Verdachtsmomente zu kontrollieren.

Am Samstag hatte nach Armeeangaben in einer jüdischen Siedlung in Hebron ein Palästinenser versucht, einen israelischen Zivilisten niederzustechen. Der Mann, der eine Waffe getragen habe, habe den Angreifer erschossen. Kurze darauf ging nach Informationen der Polizei ein Mann in Ost-Jerusalem mit einem Messer auf Grenzpolizisten los, die ihn kontrollieren wollten. Die Polizisten hätten das Feuer auf den Angreifer eröffnet und ihn getötet.

Ein Auslöser der Gewaltwelle ist unter anderem der Streit um die Al-Aksa-Moschee in Jerusalem. Die Palästinenser werfen Israelis vor, die heilige Stätte immer stärker für sich zu vereinnahmen. Israel hat jedoch erklärt, es wolle den jetzigen Zustand beibehalten.

In der kommenden Woche will sich US-Außenminister John Kerry um eine Entspannung der Lage bemühen. Er werde dazu in Berlin mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zusammenkommen, kündigte er am Sonntag in Paris an. Danach wolle er auch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sprechen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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