Unruhen in Syrien: 44 Menschen bei Panzereinsatz getötet

Unruhen in Syrien
44 Menschen bei Panzereinsatz getötet

Der UN-Sicherheitsrat berät über Syrien, doch eine Resolution wird wohl wieder nicht zustande kommen. Denn Russland hat bereits Nein gesagt. Derweil haben Regime-Soldaten bei einem Panzereinsatz 44 Menschen getötet.
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New YorkKurz vor einem Syrien-Treffen des UN-Sicherheitsrates gehen syrische Regierungstruppen mit massiver Gewalt gegen die Opposition vor. Nach Angaben von Aktivisten griffen Soldaten des Regimes von Präsident Baschar al-Assad am Freitag in der Unruheprovinz Hama an. Sie stürmten die gleichnamige Stadt mit Panzern und töteten mindestens 44 Menschen, unter ihnen auch Frauen und Kinder.

Die Protesthochburg stand bereits am Morgen unter Beschuss, wie es hieß. In der nördlichen Provinz Idlib wurde an einem Kontrollpunkt der Armee laut Oppositionellen eine Autobombe gezündet. Mindestens ein Soldat kam demnach ums Leben. Auch im bislang eher ruhigen Aleppo seien drei Menschen ihren Verletzungen erlegen, nachdem Sicherheitskräfte das Feuer auf Demonstranten eröffnet hätten. In Homs, Daraa und Idlib habe es eine Reihe von Solidaritätskundgebungen für die Bewohner der Provinz Hama gegeben.

In New York sollte noch am Freitag der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen über die Eskalation in Syrien beraten. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen sollte über einen Entwurf für eine Resolution gesprochen werden, den Marokko in den Rat der 15 Staaten einbringen wollte. Russland hat allerdings bereits seinen Widerstand gegen die Forderung nach einer Ablösung Assads angekündigt, wie das Außenministerium nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax am Freitag erklärte.

„In dieser Form ist der Entwurf für uns inakzeptabel“, sagte der stellvertretende russische Außenminister Gennady Gatilow. Er machte klar, dass sein Land die Forderung nach einem Rücktritt Assads ablehnt. Zudem werde in dem Entwurf mit nicht näher beschrieben Maßnahmen gedroht, falls die syrische Regierung den Forderungen in der Resolution nicht nachkomme. Russland werde aber keine Resolution mittragen, in der nicht klar und deutlich eine militärische Intervention ausgeschlossen werde. Außerdem werde Russland nicht nachträglich Sanktionen der Arabischen Liga gegen Syrien gutheißen, die nun auch im Resolutionsentwurf übernommen worden seien.

Am Montag soll der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, vom mächtigsten UN-Gremium angehört werden. Er wird zusammen mit dem Syrienbeauftragten der Liga, Katars Regierungschef Scheich Hamad bin Dschasim al-Thani, in New York erwartet.

Die arabischen Staaten hatten am vergangenen Wochenende einen neuen Plan für Syrien verabschiedet, in dem das Regime zum sofortigen Ende der Gewalt und zu demokratischen Reformen mit freien Wahlen aufgefordert wird. Assad soll einen Teil seiner Macht an einen Stellvertreter abgeben. Seit Beginn der Massenproteste gegen das Regime im März sind in Syrien nach Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als 5400 Menschen ums Leben gekommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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