Unruhen
Madagaskars Oppositionschef triumphiert

Nach wochenlangen Protesten auf der Tropeninseln Madagaskar hat der in Bedrängnis geratene Präsident Marc Ravalomanana die Macht dem ranghöchsten aktiven Militär übertragen. Das bedeute jedoch keineswegs, dass der Präsident wie von seinem Widersacher Andry Rajoelina gefordert zurückgetreten sei, sagten westliche Diplomaten.

HB ANTANANARIVO. Vize-Admiral Appolite Ramaroson Rarison übe nun zwar die Macht aus, müsse sie aber auf Anforderung des Präsidenten jederzeit wieder an ihn abtreten. In dem wochenlangen blutigen Machtkampf sind bisher mehr als 140 Menschen ums Leben gekommen, hieß es weiter Oppositioneschef Rajoelina zeigte sich unterdessen triumphierend vor einem besetzten Regierungspalast. „Der Kampf für die Demokratie ist bald geschlagen“, rief er tausenden Anhängern zu. Die Afrikanische Union (AU) verurteilte sein Vorgehen als „Putschversuch“.

Militärchef André Ndriarijaona, der ebenso wie Teile der Ordnungskräfte mit Rajoelina sympathisiert, betonte: „Der sofortige Rücktritt von Staatspräsident Marc Ravalomanana ist der einzige Ausweg aus der politischen und sozialen Krise. Ich akzeptiere nicht länger, dass eine einzige Person die Ursache der landesweiten Unruhen ist.“ Oberstes Ziel sei die Wiederherstellung der Ordnung.

Nach Informationen der Zeitung „Malaza“ sollen rund 1 200 bewaffnete Soldaten der Präsidentengarde zur Verteidigung Ravalomananas bereitstehen. Der Präsident signalisierte, notfalls bis zum letzten Atemzug kämpfen zu wollen.

Die Europäische Union wie die AU hatten vor einer gewaltsamen Machtübernahme auf der viertgrößten Insel der Welt gewarnt. In dem seit Januar andauernden Machtkampf versucht Rajoelina, den Präsidenten mit dem Vorwurf von Machtmissbrauch, Willkür und Bereicherung aus dem Amt zu drängen. Mindestens 140 Menschen kamen bisher ums Leben, Hunderte weitere wurden verletzt.

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