Unruhen
Neda: Iraner suchen Todesschützen

Die erschossene Neda Agha-Soltan, deren Tod per Handykamera gefilmt und auf Youtube veröffentlicht wurde, ist zur Ikone der iranischen Widerstandsbewegung geworden. Bisher hatte ein staatlicher Sender behauptet, das Video sei gefälscht. Nun bestätigte die Polizei den Tod des Mädchens und will gegen den Todesschützen ermitteln.

HB TEHERAN. Im Fall der bei einer Protestkundgebung erschossenen Neda Agha-Soltan gehen die iranischen Behörden nach einem Bericht der staatlichen Agentur Fars neuen Spuren nach. Neda, deren Tod gefilmt worden war, ist zu einer Ikone der iranischen Protestbewegung und damit zugleich zu einer Gefahr für das Regime geworden.

Fars berichtete am Mittwoch, die Polizei habe mittlerweile bestätigt, dass die junge Frau bei einer Kundgebung erschossen wurde. Demnach habe der Schütze bei der Kundgebung am vergangenen Samstag wild um sich geschossen, und eine der Kugeln habe Neda im Hinterkopf getroffen. Dies gehe aus Zeugenbefragungen und gerichtsmedizinischen Untersuchungen hervor.

Die Polizei gehe davon aus, dass die Waffe aus dem Ausland eingeschmuggelt worden sei. Die Polizei selbst hatte mehrfach bestritten, dass sie scharfe Waffen bei den Kundgebungen eingesetzt habe.

Am Vortag noch hatte der staatliche Sender Khabar behauptet, dass Video mit dem Tod Nedas sei gefälscht. Es sei offensichtlich, dass diejenigen, die die Aufnahmen machten, auf etwas gewartet hätten und das Ganze dann aus unterschiedlichen Winkeln gefilmt hätten.

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