Unruhen
Palästinenser lassen drei letzte Geiseln frei

Militante Palästinenser haben am Mittwoch im Gazastreifen ihre drei letzten ausländischen Geiseln freigelassen. Doch nach den Angriffen auf Einrichtungen der Mitgliedsländer und die Entführung von Ausländern droht die EU mit der Kürzung ihrer immensen Finanzhilfe. Allerdings sieht die EU die Schuld für die Unruhen nicht alleine bei den Palästinensern.

HB STRASSBURG. Die Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) habe der Polizei zwei Franzosen und einen Koreaner übergeben, die nun auf dem Weg nach Gaza seien, teilten palästinensische Sicherheitskreise mit. Die Ausländer waren am Vortag als Reaktion auf die Erstürmung eines palästinensischen Gefängnisses in Jericho durch die israelische Armee und den Abzug internationaler Beobachter verschleppt worden. Militante Palästinenser hatten zeitweise mindestens neun Ausländer in ihrer Gewalt.

„Wenn das weitergehen sollte, wird es natürlich eine Überprüfung unserer Hilfen geben. Und die ersten, die darunter zu leiden hätten, wären die Palästinenser selbst“, sagte EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner am Dienstag vor einem Treffen mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas in Straßburg. Insgesamt stellt die Union den Palästinensern jährlich Hilfen von einer halben Milliarde Euro bereit.

Die Erstürmung eines palästinensischen Gefängnisses durch israelische Soldaten im Westjordanland hatte eine neue Welle der Gewalt im Nahost ausgelöst, bei der am Dienstag mindestens neun Ausländer entführt wurden. Gebäude der EU und anderer westlicher Organisationen wurden angegriffen und teilweise in Brand gesetzt.

Die EU-Kommission missbillige den Angriff auf die EU-Vertretung sowie Vertretungen der Mitgliedsländer, sagte Ferrero-Waldner . „Wir verurteilen auch die Entführungen, die es gegeben hat. All diese Menschen sind dort, um den Palästinensern zu helfen“, sagte sie. Die EU hilft unter anderem bei der Überwachung des Grenzübergangs Rafah zwischen dem Gaza-Streifen und Ägypten. Zudem beraten EU-Mitarbeiter die palästinensische Polizei.

Eine Mitschuld sieht Ferrero-Waldner aber auch bei Israel. „Israel befindet sich im Wahlkampf, aber ich denke trotzdem, dass wir diese Aktion Israels verurteilen müssen“, sagte die Außenkommissarin.

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