Unsichere Entwicklung
S&P stuft Ungarn auf Ramschniveau herab

Auf die unsicheren Entwicklungen in Ungarn reagierte die Ratingagentur Standard and Poor's nun mit einer Herabstufung des Landes. Die Bonitätswächter zweifeln daran, dass das Land seine Probleme in den Griff bekommt.
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New York/WashingtonDie US-Ratingagentur Standard and Poor's bewertet die Kreditwürdigkeit Ungarns schlechter. Die Bonitätswächter stuften das osteuropäische Land am Mittwochabend auf BB+/B herunter und setzten den Ausblick auf negativ. Als Grund nannte S&P eine unsichere politische Entwicklung in dem finanziell angeschlagenem Land.

Außerdem hat S&P Zweifel an der Fähigkeit und dem Willen des Landes, seine Finanzprobleme in Ordnung zu bringen. Die „Berechenbarkeit und Glaubwürdigkeit“ der ungarischen Politik lasse immer weiter nach, so hieß es einer Erklärung von S&P.

Die Agentur äußerte sich außerdem besorgt über die Unabhängigkeit der Zentralbank. Die Regierung in Budapest liegt seit längerem im Streit mit dem Notenbankchef Andras Simor. In einem auch von der EZB beanstandeten Gesetzentwurf will sie die Kompetenzen des Notenbank-Gouverneurs beschneiden und einen weiteren Stellvertreter installieren.

Ungarn steht an den Finanzmärkten seit Wochen unter Druck. Ende November hatte bereits die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit des Landes auf Ramschniveau herabgestuft. Wenige Tage zuvor hatte Ungarn den Internationalen Währungsfonds (IWF) und die EU-Kommission um finanzielle Unterstützung gebeten. Die konservative Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban betonte dabei allerdings, dass die Bitte um Hilfe nur „vorbeugend“ sei.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Unsichere Entwicklung: S&P stuft Ungarn auf Ramschniveau herab"

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  • Aber - ich wollte mich ja eigentlich nicht mit dummen Leuten rumschlagen, die schwer an ihrem Geschichtsbild laborieren.

    Viktor Orban sollte doch eigentlich der Guru all der Euroneutoriker und Verschwörungsdeppen sein, die hier täglich ihre kleinkarierten Weltweisheiten erbrechen.

    Am Lustigsten fand ich persönlich ja seine Variante der "Beteiligung der Banken", die die Merkelsche um einiges an Dummheit übertraf. Spätestens als die sahen, daß jetzt nicht mehr der Kunde die Kredite bezahlen sollen, die sie in Euro für ihre Häuser aufgenommen hatten, war ihr Entschluss, sich schnell wieder nach Österreich und die übrige EU zurückzuziehen, nur zu verständlich.

    Im Grunde sollte man Orban dankbar sein: Er exerziert vor unser aller Augen vor, wohin dummdreister Populismus, die Machtübernahme durch quasi-faschistische Hunnen und oberkluges Verständnis ökonomischer Zusammenhänge führt.

    Warten wir einfach die nächste Stufe ab und die heisst GEWALT. Bis jetzt verprügelt seine Knüppelgarde ja "nur" die Zigeuner (nicht, daß nicht ähnliches aus Bulgarien etwa berichtet würde, aber das hat in Ungarn ja ein Ausmaß angenommen, bei dem einem nur speiübel werden kann).

    Demnächst wird es die Zivilgesellschaft treffen - und ich frage mich schon länger, was die EU dann tun wird, um die zu schützen.

  • "man zettelte damals sogar zwei Kriege gegen uns an"

    Wow! Echt? Bislang dachte ich immer, der erste sei das späte Ergebnis der Politik Bismarcks, der in festen Bündnisverträgen die Rettung des Friedens sah (Warum zum Teufel gebraucht eigentlich niemand _dieses_ Assoziation, wenn er gegen die EUDSSR wettert???) und nicht ahnte, dßa die Konten mal "ausgeglichen" werden müssten.

    Beim zweiten ist die Sache ja durchaus eindeutig: Niemand hat einen Krieg gegen _ihn_ angezettelt, wer den auch - die zerstrittenen Franzosen???, die kuschelsüchtigen Engländer???, die absolut kriegsmüden Amerikaner????. Das hat er schon selbst gemacht und so komplex die Wege gewesen sein mögen, die da hin führten, ist die Verantwortung Deutschlands für zumindest den zweiten Welt eindeutig.

    Naja, wenn man "den Historikern" traut, aber da hat man ja in Ihrer Ortsgruppe sicher kompetentere Leute ...

  • Das kommt davon, wenn man eine an nationalen Interessen ausgerichtete Politik macht. 'war bei Deutschland auch nicht anders, man zettelte damals sogar zwei Kriege gegen uns an.

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