Unstimmigkeiten
US-Kommandeur für Nahen Osten tritt zurück

Nach nur zwölf Monaten im Amt stellt Admiral William Fallon seinen Posten als Oberkommandierender der US-Armee im Nahen Osten zur Verfügung. Der Hintergrund dafür soll Fallons Unzufriedenheit mit Präsident Bushs Iran-Politik sein. Im Irak flammt derweil die Gewalt neu auf.

HB WASHINGTON/BAGDAD. Der Kommandeur der US-Truppen im Mittleren und Nahen Osten, Admiral William Fallon, ist nach knapp einem Jahr zurückgetreten. Das teilte Verteidigungsminister Robert Gates am Dienstag mit. Fallon habe darum gebeten, von seinem Posten entbunden zu werden und er habe dem zugestimmt, erklärte Gates. „Ich denke, es war der richtige Schritt, obwohl ich nicht glaube, dass es bedeutsame Unterschiede zwischen seinen Ansichten und denen der Regierung gibt“, sagte der Pentagon-Chef.

Fallon, der Oberkommandierende des US- Zentralkommandos, ist offenbar wegen Differenzen mit dem Weißen Haus zurückgetreten. Fallon war vorige Woche in einem Artikel in der Zeitschrift „Esquire“ als Gegner der Iran-Politik der Regierung von US-Präsident George W. Bush dargestellt worden. Der Admiral hatte schon zuvor den Einsatz militärischer Gewalt gegen Teheran abgelehnt. Offizielle Haltung der US-Regierung ist aber, diese Möglichkeit nicht auszuschließen.

Fallon hat eine mehr als 40jährige Karriere bei den Streitkräften hinter sich. Das Kommando für den Mittleren und Nahen Osten übernahm er am 16. März vergangenen Jahres von General John Abizaid, der in den Ruhestand ging. Fallons Posten wird Gates zufolge vorerst von seinem Stellvertreter Generalleutnant Martin Dempsey übernommen. Das Zentralkommando ist für die US-Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan zuständig.

Derweil sind bei Anschlägen und Gefechten im Irak sind am Dienstag mindestens 46 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten waren 14 Mitglieder einer Familie, die in Nassirija von einer Trauerfeier nach Hause zurückkehrten, als ihr Bus von einer Bombe am Straßenrand erfasst wurde. Unter den Opfern waren Kinder. Augenzeugen sagten, der Sprengsatz haben möglicherweise einem vorbeifahrenden US-Militärkonvoi gegolten. In Kut starben nach Angaben von Sicherheitskräften ebenfalls 14 Menschen bei einem Feuergefecht mit Mitgliedern der schiitischen Mehdi-Armee. An mehreren anderen Teilen des Landes kam es zu Anschlägen.

Die Gewalt im Irak hat seit Juni landesweit um 60 Prozent abgenommen. Allerdings hat es in den vergangenen Tagen wieder zahlreiche Anschläge gegeben, die zum Teil viele Todesopfer forderten. Das US-Militär hatte am Wochenende allerdings erklärt, es gehe nicht von einer Umkehr des Trends aus.

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